Ähnlich wie in anderen arabischen Ländern ist die Aufhebung des jahrzehntelangen Ausnahmezustands eines der Hauptanliegen der Demonstrierenden. Die Ankündigung muss deshalb schnell in die Tat umgesetzt werden. Damit einher gehen müssen ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstranten, die Freilassung aller in den letzten Tagen Festgenommenen und die Zulassung von Demonstrationen und anderen friedlichen politischen Aktivitäten.
Der syrische Präsident Bashar al Assad hat nur noch für kurze Zeit die Möglichkeit, durch entschiedenes Handeln den positiven Beispielen aus der Region zu folgen und die Demonstrationen für eine grundlegende Reform des Landes zu nutzen. Solche Hoffnungen hatte er bereits bei seinem Amtsantritt geschürt, aber bisher immer wieder enttäuscht. Die Ereignisse der letzten Tage haben gezeigt, dass die Menschen in Syrien auch durch blanke Gewalt nicht mehr ohne weiteres einzuschüchtern sind. Ihr Ruf nach Freiheit wird lauter. Und er sollte gehört werden, damit es nicht zu neuer Gewalt kommt und damit Syrien als wichtiges Land in einer unruhigen Region eine positive Entwicklung nehmen kann. Der "Libysche Weg" ist für Syrien - aber auch für andere Länder - keine Alternative.