Der Großteil der Frauen wünscht sich die Frauenquote. Laut einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung sind es sogar 60 Prozent. Mehr als zwei Drittel der Befragten - Männer und Frauen - sehen männliche Führungskräfte sogar als direktes Karrierehemmnis für Frauen. Sie sind sich einig: Es mangelt den Frauen nicht an Qualifikationen und Durchsetzungsvermögen im Job. Ganz im Gegenteil: 90 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger sind sich sicher, dass vor allem Frauen durch die Familie im Beruf benachteiligt sind.
Hier zeigt sich, dass in der Bevölkerung bereits ein erfreulicher Bewusstseinswandel eingesetzt hat. Jetzt ist es an den Unternehmen und der Bundesregierung auch wirklich etwas zu verändern. Vor allem Vorgesetzte müssen gezielt gefördert und für frauen- und familienrelevante Themen sensibilisiert werden.
Die Umfrage macht damit abermals deutlich: Wir brauchen endlich mehr Frauen auf verantwortungsvollen Posten in der Wirtschaft. Die freiwilligen Vereinbarungen zwischen der Politik und den Spitzenverbänden der Wirtschaft sind mittlerweile neun Jahre alt. Bewegt hat sich seitdem zu wenig. In Deutschland sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Ihr Anteil in Aufsichtsräten verharrt bei niedrigen 12 Prozent.
Warum nehmen die drei zuständigen Ministerinnen in der Bundesregierung - Frau Schröder, Frau von der Leyen und Frau Leutheusser-Schnarrenberger - sich nicht endlich ein Beispiel an Norwegen und passen ihre Politik an die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger an? Eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten ebnet nicht nur den Weg für mehr Frauen in Führungspositionen. Eine Quote trägt auch zum längst überfälligen Bewusstseinswandel für mehr Familien- und Kinderfreundlichkeit in Unternehmen bei. Außerdem wird sie auch dazu beitragen, die Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen zu bekämpfen.