Anlässlich des Welttuberkulosetags am 24. März 2013 erklärt die zuständige Berichterstatterin der Arbeitsgruppe wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth:

Die Infektionskrankheit Tuberkulose ist ein gravierendes weltweites Problem. Sie wird in Europa jedoch kaum thematisiert, obwohl sie immer mehr aus den betroffenen Entwicklungs- und Schwellenländern nach Europa herüber schwappt. Auch in Deutschland und Europa sei Tuberkulose ein relevantes Gesundheitsproblem, alarmierte das Robert-Koch-Institut erneut. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung daher auf, mehr Mittel zur Entwicklung neuer, auf multiresistente Tuberkulose-Stämme fokussierte Medikamente bereit zu stellen.

Das Robert-Koch-Institut weist schon seit Jahren auf die Dringlichkeit neuer Forschungen hin, um die Bevölkerung zu schützen. Die SPD-Fraktion fordert deshalb verstärkte nationale und europäische Initiativen zur Unterstützung von Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs), um die Finanzierung einer nutzbringenden Forschung schnellstmöglich zu realisieren.

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) erklärten, sind zusätzlich 1,6 Milliarden Dollar pro Jahr nötig, um den Kampf gegen die Tuberkulose zu verstärken. Die SPD-Fraktion erinnert an ihre Forderung die Zuwendungen Deutschlands für den Globalen Fonds auf jährlich von 200 auf 400 Millionen Euro zu erhöhen.

Die Zunahme der an Tuberkulose Erkrankten (jährlich um 8,7 Millionen Menschen) zeigt, dass die finanzielle Unterstützung des Globalen Fonds (GFATM) seitens der Bundesregierung erhöht werden muss. Nur so kann die bessere Versorgung von Menschen in Entwicklungsländern mit Medikamenten gewährleistet werden.

Allein in der europäischen Region sind laut der WHO 500 000 Menschen an Tuberkulose erkrankt. Davon sterben jährlich 44 000 Erkrankte, vorwiegend im östlichen Teil der Region. Außerdem liegt mehr als die Hälfte aller Länder mit den häufigsten Vorkommen multiresistenter Tuberkulose in Europa.

Nachdem die Zahl der in Deutschland Erkrankten bis 2008 deutlich zurückgegangen war, näherte sie sich in den letzten Jahren einem Plateau von ca. 4 350 Erkrankungen an. Im bundesweiten Durchschnitt sind 5,3 Personen unter 100 000 erkrankt, in Berlin liegt die Zahl der Erkrankungen bei erschreckenden 9,3 Erkrankungen pro 100 000 Einwohner. Auch die Zahl der an Tuberkulose erkrankten Kinder steigt weiter an.

Die Forschung zu unterstützten ist grundlegend notwendig, denn Tuberkulose betrifft uns alle – jeden von uns – und macht auch nicht vor unseren Kinder halt. Wir müssen das Problem an der Wurzel packen und ein für alle mal beseitigen.