Helga Kühn-Mengel, Beauftragte für die Belange von Patienten und Pflegebedürftigen:

Die Nationale Verifizierungskommission Masern/Röteln am Robert Koch-Institut (RKI) hat in ihrem Report an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht, dass die Gefahr von Masern in Deutschland bei weitem noch nicht gebannt ist. Während die USA im vorigen Jahr die Krankheit ausrotten konnten, ist Deutschland noch weit davon entfernt. Das ist nicht hinnehmbar. Hier gibt es für uns noch viel zu tun.

„Im letzten Jahr gab es große Masernausbrüche in Deutschland, den größten in Berlin. Hier wurden insgesamt 2.464 Masern-Fälle gemeldet, 2014 waren es nur 442.

Bis zur Einführung der Impfung waren Masern als Kinderkrankheit weit verbreitet. Die Krankheit ist hoch ansteckend und beginnt mit Schnupfen, Husten und Fieber. Wer einmal Masern hatte, wird dagegen immun. Jedoch können Masern schwere Folgeerkrankungen hervorrufen, so zum Beispiel die chronische Masern-Gehirnentzündung SSPE, die sich erst nach Jahren bemerkbar macht. Neuere Untersuchungen zeigen, dass diese tödlich verlaufende Erkrankung häufiger vorkommt als bislang angenommen. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen hinsichtlich Aufklärung und Erhöhung der Impfquote vor allem zum Schutz unserer Kinder dringend verstärken.“