Pressemitteilung

Hausaufgaben für Versicherungen nach europäischem Stresstest

Zu den von der Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) veröffentlichten Ergebnissen des so genannten Stresstests erklärt der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Manfred Zöllmer:

Die Stresstests für Versicherungen haben gezeigt, dass etwa zehn Prozent der Unternehmen nachbessern müssen, um in künftigen Krisensituationen bestehen zu können. Manfred Zöllmer fordert von der Bundesregierung ein konsequent risikoorientiertes System der Finanzaufsicht.

 

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) hat die Ergebnisse ihres jüngsten so genannten Stresstests veröffentlicht, in dem die Stabilität der Versicherungsunternehmen bei simulierten Krisenszenarien geprüft wurde. Danach müssen etwa zehn Prozent der Unternehmen "nachsitzen", weil sie die simulierten neuen Eigenkapitalanforderungen, wie sie durch Solvency II ab 2013 gelten werden, nicht erfüllen. Hier müssen die betroffenen Unternehmen, deren Namen die EIOPA - anders als beim kürzlichen Banken-Stresstest - nicht veröffentlicht werden, nachbessern.

 

Die EU-Behörde hat drei Risikoszenarien durchgespielt, worunter ein scharfer Zinsrückgang mit Verfall der Aktienmärkte und ein Einbruch bei den Immobilienpreisen gehören. Ein inflationärer Schock wurde ebenso beleuchtet und wie sich Risiken aus Staatsanleihen bei der Versicherungsbranche auswirken. Letztlich wurden auch hypothetische Naturkatastrophen, Pandemien und der mögliche Ausfall von Rückversicherern mit einbezogen.

 

Selbst wenn 90 Prozent der Branche als robust zu bewerten sind, ist es wichtig, dass diese Stresstests durchgeführt werden, schwache Unternehmen bekannt werden und diese an den Eigenkapitalanforderungen arbeiten und für die Zukunft und neue Krisensituationen gerüstet sind.

 

Die Finanzkrise und insbesondere der seinerzeit ins Schwanken geratene amerikanische Versicherungsgigant AIG belegen, wie wichtig es ist, dass auch die Versicherungen mit hinreichend Eigenkapital ausgestattet sind, um künftige Krisenereignisse zu bestehen.

 

Die Bundesregierung muss im Rahmen der Verhandlungen zum Solvency II-Projekt die heutigen Solvabilitätsvorschriften für Versicherungsunternehmen zu einem konsequent risikoorientierten System der Finanzaufsicht weiterentwickeln.

 

 

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  • 17. Wahlperiode
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