Pressemitteilung

Fachkräftedebatte: Bundesregierung handelt zu einseitig

Zur Debatte über die Behebung des Fachkräftemangels erklärt der stellvertretende bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Swen Schulz:

Um den Fachkräftemangel zu beheben, reicht eine einseitige Debatte über ein Zuwanderungskonzept für Fachkräfte nicht aus. Wer die Fachkräftebasis von morgen verbessern will, muss heute im eigenen Land für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem und mehr Aufstiegsmöglichkeiten durch Bildung sorgen. Es gilt, alle Potenziale in unserer Gesellschaft optimal auszunutzen. Hierzu gehören auch die bereits bei uns lebenden qualifizierten Migrantinnen und Migranten, deren im Ausland erworbenen Abschlüsse nicht anerkannt werden.

Es muss entschieden gehandelt werden, damit alle bereits in Deutschland lebenden Zugewanderten ihre Fähigkeiten einbringen können. Doch die Bundesregierung springt mit ihrem Entwurf zum Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) zu kurz. Denn die meisten Menschen mit ausländischen Qualifikationen brauchen eine Fortbildung, weil keine Vollanerkennung erfolgen kann, sie zu lange aus dem Beruf raus sind oder ein spezieller Sprachkurs für das "Berufsdeutsch" nötig ist. Aber dazu sagt die Bundesregierung nichts. Es gibt keine Qualifizierungsangebote und keine Finanzierung.

Statt dessen kürzt Schwarz-Gelb massiv bei der Agentur für Arbeit und bei den JobCentern. Für eine kluge und ausgewogene Fachkräftestrategie muss die Bundesregierung bei ihrem Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften in Meseberg nachbessern und eine Qualifizierungsoffensive der bereits hier lebenden Menschen vorsehen.

Stand
Legislatur
  • 17. Wahlperiode
PM-Nummer
731
Arbeitsgruppen
Abgeordnete
Download