Zum heutigen Start des neuen Facebook-Dienstes Places erklärt die zuständige Berichterstatterin der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der SPD-Bundestagsfraktion Waltraud Wolff:

Bevor Daten von Dritten weitergegeben werden, muss eine bewusste Einwilligung vorliegen. Das muss auch für Soziale Netzwerke gelten, die Möglichkeit zum Widerspruch im Nachhinein reicht nicht aus.

Mit dem sogenannten Tagging, also der Verknüpfung eigener Veröffentlichungen mit den Profilen anderer Nutzer, werden Daten Dritter Veröffentlicht. Über Facebook Places kann man anderen seinen aktuellen Aufenthaltsort mitteilen - und mittels Tagging auch, welche Freunde dabei sind.

Wird man so mit einem Ort verknüpft, bekommt man eine Nachricht und kann die Verknüpfung entfernen. Man kann auch in den Privatsphäreneinstellungen solche Verknüpfungen komplett ausschalten. In der Standardeinstellung sind sie aber möglich.

Die Standardeinstellung ermöglicht also die Weitergabe von Daten Dritter ohne vorhergehende Zustimmung. Dies muss geändert werden. Die Privatsphäreneinstellungen müssen so gestaltet sein, dass dies zunächst nicht möglich ist. Erst wenn ein Benutzer bewusst einstellt, dass er getagged werden will, darf dies möglich sein.

Das Beispiel zeigt: Moderne nationale Gesetze und wirksame internationale Vereinbarungen sind notwendig. Die Bundesregierung muss endlich ein Gesamtkonzept zum Schutz von Verbraucherdaten in der digitalen Welt vorlegen.