Die Appelle der Bundesfamilienministerin an die Länder, den Ausbau der Kinderbetreuung zu beschleunigen, sind unzureichend. Sie muss endlich einen weiteren Krippengipfel einberufen. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Ministerin seit Monaten auf, eine aktuelle ehrliche Bedarfsanalyse vorzulegen und sich erneut mit Ländern und Kommunen an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Bundesregierung darf die Hilferufe der Kommunen nicht länger ignorieren.
Die SPD-Bundestagsfraktion sieht es als dringend notwendig an, dass der Bund den Ausbau der frühkindlichen Bildung und Betreuung stärker als bisher unterstützt. Dazu gehören mehr Anstrengungen für die Qualitätsverbesserung sowie für den Ausbau der Platzzahlen. 23,1 Prozent der Kinder unter drei Jahren nehmen aktuell Angebote der frühkindlichen Bildung und Betreuung in Anspruch. Zwar konnten 55.000 zusätzliche Plätze innerhalb eines Jahres geschaffen werden, doch nach wie vor ist die Betreuungsquote in den meisten westdeutschen Ländern nicht zufriedenstellend.
Es bedarf konkreter Verabredungen, wie das Angebot bedarfsgerecht ausgebaut und der Rechtsanspruch 2013 verlässlich umgesetzt werden kann. Auf das Engagement der Bundesfamilienministerin warten Eltern und ihre Kinder aber bislang vergeblich. Das ist nicht länger hinnehmbar.