Zu den heutigen Einlassungen des syrischen Präsidenten Assad erklärt der Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für den Nahen Osten Günter Gloser:

Günter Gloser wirft Syriens Präsident Assad zunehmenden Wirklichkeitsverlust vor, indem der Machthaber ausländische Verschwörung und Terroristen für die andauernde Gewalt im Land verantwortlich macht. Seine Verfassungsreform per Volksabstimmung abnicken zu wollen, werde nichts mehr gegen die Proteste ausrichten.

 

Syriens Präsident Assad hat heute den Aufstand gegen ihn und sein Regime als Verschwörung ausländischer und regionaler Kräfte bezeichnet. Dies zeugt von einem zumindest partiellen Wirklichkeitsverlust, wie er in der Vergangenheit bereits bei zahlreichen Diktatoren vor ihrem politischen Ende zu erkennen war.

 

Seine Strategie, jeden Protest gegen ihn als Terrorismus und ausländische Einflussnahme zu diffamieren, nimmt ihm niemand, der genau auf die Vorgänge in Syrien schaut, mehr ab. Mit der Beschimpfung der Beobachtermission der Arabischen Liga hat er ein weiteres Eigentor geschossen, denn sie enttarnt seinen Unwillen mit internationalen Beobachtern zu kooperieren.

 

Die an sein Volk verabreichte Beruhigungspille, eine von ihm initiierte Verfassungsreform per Volksabstimmung abnicken lassen zu wollen, wird angesichts der bisherigen Brutalität und Kompromisslosigkeit des Regimes gegen die Proteste und der mittlerweile über 5.000 Opfer auch nicht mehr wirken.