Arbeitsplätze für Jung und Alt sichern – Altersteilzeit verlängern
Der Vorschlag der SPD die geförderte Altersteilzeit um zunächst fünf Jahre zu verlängern, wurde von Arbeitsmarktexperten in einer Anhörung des Bundestages am Montag begrüßt. Um so unverständlich ist die Ablehnung der Schwarz- Gelben Mehrheit im Ausschuss. Die Sachverständigen warnten vor dem Auslaufen der BA- Förderung vor allem in die Finanz- und Wirtschaftskrise hinein. Krise und Wegfall der bisherigen Altersteilzeit-Förderung Ende 2009 verstärken sich so gegenseitig. Schon jetzt sind vor allem ältere ArbeitnehmerInnen über 55 Jahre und jüngere ArbeitnehmerInnen unter 25 Jahre dreimal so häufig vom Arbeitsplatzabbau betroffen.
In seiner Analyse weist der DGB darauf hin, dass im Jahr 2008 rund 50.000 Jugendliche über die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Altersteilzeit einen Berufseinstieg schafften. Nach dem Willen der SPD wird ab 2010 die finanzielle Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit davon abhängen, ob ein Auszubildender in ein Arbeitsverhältnis übernommen wird oder - in Kleinunternehmen - der frei werdende Arbeitsplatz mit einem Auszubildenden besetzt wird. Damit gewährleisten wir, was den Arbeitsmarkt bisher relativ immun gegen die Auswirkungen der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise macht: Neben dem Kurzarbeitergeld hilft die geförderte Altersteilzeit durch eine Arbeitszeitverkürzung einerseits und einer Wiederbesetzung andererseits, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Unternehmen zu halten.
Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich dazu auf, unsere Initiative zu unterstützen. Leider wird die Altersteilzeit von CDU/CSU und FDP in ihrer Wirkung immer noch massiv unterschätzt. Für sie zählt vor allem die Kostenfrage. Dies wurde auch bei der Expertenanhörung deutlich. Demgegenüber finden entsprechende Einsparungen beim Arbeitslosengeld keinen Eingang in die Betrachtungen der Regierungsparteien.
Allerdings schlug der Vertreter des DGB in der Anhörung vor, die Förderung auch für ältere ArbeitnehmerInnen zu öffnen. Demnach soll auch dann gefördert werden, wenn ein Arbeitsplatz mit einem Arbeitnehmer über 55 Jahren neu besetzt wird. Damit würde die Zielgruppengenauigkeit der Altersteilzeit erhöht und Argumenten die Altersteilzeit fördere die Frühverrentung die Grundlage entzogen. Die Stellenbesetzung durch ältere ArbeitnehmerInnen ist ein wichtiger Punkt, den wir in unsere Überlegungen zu zukünftigen Altersteilzeitmodellen einbeziehen werden.
Unser Ziel ist es, die Arbeitswelt der demographischen Entwicklung anzupassen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein längeres Erwerbsleben zu ermöglichen. Eine Verlängerung der geförderten Altersteilzeit kann dazu dienen, die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu überwinden und zugleich Instrumente für flexible Übergänge vom Erwerbsleben in die Rente fortzuentwickeln.