Pressemitteilung

Agro-Gentechnik keine Lösung für Welternährungsproblem

Zu den Ergebnissen der Initiative "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" erklären der stellvertretende forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion René Röspel und die zuständige Berichterstatterin Rita Schwarzelühr-Sutter:

Frau Schavan irrt, wenn sie meint, mit Agro-Gentechnik die Welternährung sichern zu können. Der GVO-Anbau schafft für die Entwicklungsländer eine Vielzahl neuer Probleme, wie zum Beispiel die Abhängigkeit von geistigen Eigentumsrechten, mögliche Schadenersatzforderungen und nicht gleichberechtigte Handelspolitik. Schon der internationale Weltagrarbericht von 2008 kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen in Entwicklungsländern in absehbarer Zukunft keine wesentliche Rolle bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt spielen wird.

Anstatt die Potenziale der konventionellen und kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu nutzen, denkt die Bundesbildungsministerin an schnelle Erfolge für eine geringe Zahl von Industrieunternehmen. Dabei lassen andere Züchtungsansätze auf erheblich schnellere, preisgünstigere und nachhaltigere Lösungen für die landwirtschaftliche Produktion in Entwicklungsländern hoffen. Dies hat unter anderem auch das Bundesamt für Naturschutz in 2008 in einem Papier zu Agro-Gentechnik und Welternährung festgehalten. Wir brauchen eine umfassende Agrar- und Biotechnologieforschung, die sich nicht nur auf ein technisches Verfahren beschränkt.

Wer etwas gegen den Welthunger unternehmen will, muss außerdem andere Forschungsfelder, wie etwa die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, stärken und vor allem die vorhandenen Verteilungsungerechtigkeiten lösen. Die ganz überwiegende Zahl der Probleme der Nahrungsmittelversorgung liegt nicht in den Eigenschaften von Pflanzen begründet, sondern in schlechten Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und effiziente Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion.

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  • 17. Wahlperiode
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378
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