"Die letzten Abstimmungen im Bundestag und die schrillen Töne von Seehofer und Rösler haben gezeigt: in den entscheidenden Fragen der Europapolitik hat Frau Merkel keine eigene Mehrheit mehr. Statt für Europa zu kämpfen, geht sie den vermeintlich einfachen Weg und treibt die EZB in ein weiteres Schuldenaufkaufprogramm. Das hat sich beim letzten Gipfel schon angedeutet. Jetzt ist die Katze aus dem Sack.

Mit der heute beschlossenen Wiederaufnahme der Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB lässt sich bestenfalls etwas Zeit kaufen, ein Weg zur Bewältigung der Eurokrise ist das nicht. Der Weg in die Haftungsunion wird ungebremst fortgesetzt,  und zwar ohne demokratische Kontrolle und ohne klar definierte Auflagen für die Empfängerländer. Nur Frau Merkel steht sauber da und täuscht die Öffentlichkeit über den Zustand ihrer Koalition hinweg. Diese Politik wird sich als Bumerang erweisen. Wer die Bürger über seine wahren Absichten täuscht, muss sich nicht wundern, wenn die Europaskepsis weiter wächst."