Im vergangenen Jahr hat die Anlaufstelle für Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs über 15.000 E-Mails, Anrufe und Briefe erhalten. Opfer sexueller Gewalt nehmen die Anlaufstelle an um ihr Schweigen zu brechen. Daher muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs über den Herbst hinaus weiter arbeiten kann, erklärt Dagmar Ziegler.
15.000 Mails, Anrufe und Briefe sind bislang bei der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, und ihrem Team eingegangen. Das spricht eine deutliche Sprache: Der Wunsch von Opfern von sexueller Gewalt, ihr Schweigen zu brechen und endlich über das Unsagbare zu sprechen, ist enorm. Und die Anlaufstelle bietet dafür den geeigneten Rahmen.
Deshalb sollte die Bundesregierung dafür sorgen, dass die Anlaufstelle dauerhaft arbeiten kann und nicht - wie geplant - im Herbst ihre Arbeit einstellen muss. Warum eine so erfolgreiche Institution ihre Arbeit einstellen müsste, wo doch der Bedarf offensichtlich ist, wäre kaum zu begründen. Und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft obendrein: Denn bewährte und dauerhafte Strukturen vorzuhalten für Menschen, die so abscheulicher Gewalt zum Opfer gefallen sind, sollte für eine menschliche Gesellschaft selbstverständlich sein.