Die Zahlen liegen auf dem Tisch und sind ernüchternd: 13,3 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund verlassen die Schule ohne Abschluss. Das ist eine Steigerung von einem Drittel zu den Vorjahren. Die Abbrecherquote bei Schülern ohne Migrationshintergrund liegt hingegen bei 7,0 Prozent. Aber auch bei ihnen sind mehr Abbrecher zu beklagen (im Jahr 2005: 5,4 Prozent).
Was ist zu tun? Klar ist, dass die Schulen mehr finanzielle und personelle Mittel brauchen: Kleinere Klassen, mehr Sozialarbeit an den Schulen und dauerhafte Kontakte der Schulen zu den Elternhäusern das würde die Bildungssituation von Schülern mit Migrationshintergrund erheblich verbessern.
Der Bundesregierung ist vorzuwerfen, dass sie es bislang versäumt hat, die Bundesländer in die Lage zu versetzen, die genannten Verbesserungen für alle Schülerinnen und Schüler - ob nun mit oder ohne Migrationshintergrund - umzusetzen und die individuelle Förderung aller Schüler auszubauen.
Wir können es uns einfach nicht leisten, das Potenzial so vieler Jugendlicher nicht zu nutzen - weder gesellschaftlich, noch ökonomisch. Deutschland braucht gut ausgebildete Schulabgänger und der Migrationshintergrund darf dabei keine Rolle spielen.
Ein höchst bedenklicher Trend im Integrationsbericht 2010: Migranten, die in Deutschland gute Bildungsabschlüsse an Schule oder Uni gemacht haben, kehren unserem Land den Rücken. Sie fühlen sich oftmals diskriminiert und nicht gewollt. Hier brauchen wir in Deutschland eine andere Willkommenskultur, damit alle Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund unser Land und unsere Gesellschaft voranbringen können.