Die Sicherheit von Kindern muss oberste Priorität haben. Wir können deshalb nicht nachvollziehen, warum Ministerin Aigner keine Zeit gefunden hat, ihre so oft angekündigte Initiative zur Überarbeitung der Spielzeugrichtlinie in der EU-Ratssitzung am 8. Juni persönlich vorzustellen. Wer in Brüssel etwas erreichen will, muss sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale werfen. Das hat Frau Aigner versäumt.

Mehr noch: Jetzt düpiert sie auch noch die europäischen Partner. Statt Überzeugungsarbeit in Brüssel zu leisten, drohte Aigner gestern mittels Agenturberichten der EU-Kommission, um schnelle Schlagzeilen in Deutschland zu produzieren. Das ist der Sache abträglich.

Für mehr Sicherheit im Kinderspielzeug befürworten wir durchaus auch nationale Schutzmaßnahmen, doch die Kinder in Europa haben das Recht darauf, dass zunächst in Brüssel alles für eine optimale Sicherheit bei Kinderspielzeug versucht wird. Das ist offensichtlich nicht der Fall gewesen.