Erfolgreicher Dreiklang: Warnen, Aufklären, Schützen!

Seit anderthalb Jahren beobachten die so genannten Marktwächter, die auf Initiative der Sozialdemokraten bei den Verbraucherzentralen eingerichtet wurden, den Finanzmarkt sowie den Markt für digitale Produkte und Dienstleistungen. Rund 6800 Meldungen zu Auffälligkeiten gingen bis dato bei den Marktwächtern ein.

„In dieser Legislaturperiode ist es uns gelungen, eine neue und schlagkräftige Verbraucherschutzstruktur aufzubauen. Der Dreiklang aus Warnen, über Risiken Aufklären und Verbraucher schützen, zeigt Wirkung“, sagt Uli Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (SPD). Die Sozialdemokraten haben die Einführung der Marktwächter in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode hatten sie das Modell entwickelt. Insgesamt investiert der Bund in dieses verbraucherschutzpolitische Instrument jeweils 10 Millionen Euro in diesem und im nächsten Jahr.

Seit ihrer Gründung vor anderthalb Jahren hätten die so genannten Finanzmarktwächter mehr als eine halbe Million Beratungsgespräche von Kunden in Verbraucherschutz-Zentralen analysiert und bewertet, berichtet Kelber. Dabei seien diese auf rund 6800 auffällige Vorgänge gestoßen. So habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nach Hinweisen der Marktwächter der niederländischen SPS Bank N.V. unerlaubt betriebene Einlagen- und Kreditgeschäfte untersagt.

„Alle Verbraucherzentralen der Länder erfassen Verbraucherbeschwerden systematisch und fungieren als Sensor, der Fehlentwicklungen am Markt schnell und nah an den Verbraucherinnen und Verbrauchern erfasst“, sagt die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Elvira Drobinski-Weiß. Die SPD-Bundestagsfraktion setze sich dafür ein, Marktwächter auch für Lebensmittel, Gesundheit und Energie aufzubauen.

So arbeiten die Marktwächter

Verbraucherinnen und Verbraucher melden Beschwerden und Auffälligkeiten an rund 200 Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet. Das kann auch schnell und unkompliziert online auf www.marktwaechter.de erfolgen. Die Verbrauchermeldungen werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und durch zehn dafür eingerichtete Schwerpunkt-Verbraucherzentralen ausgewertet. Dazu zählen fünf Marktwächter Finanzen und fünf weitere für die „Digitale Welt“. Diese können Warnungen an die Verbraucher geben, mit den Anbietern der jeweiligen Produkte und Dienstleistungen in Kontakt treten, Politik und Aufsichtsbehörden informieren, Abmahnungen aussprechen und konkrete Untersuchungen einleiten.