Der 7. Oktober 2023 hat das Leben unzähliger Menschen für immer verändert. Die islamistische Terrororganisation Hamas ermordete mehr als 1.200 Menschen. Menschen wurden gefoltert und vergewaltigt, mehr als 200 in den Gazastreifen verschleppt. Manche kamen erst nach über zwei Jahren menschenunwürdiger Geiselhaft frei. Viele überlebten die Gefangenschaft nicht. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die bis heute mit den Folgen dieses Terrors leben.

Anlässlich des dritten Jahrestags hat der Bundestag am 7. Oktober darüber debattiert, wie Antisemitismus entschlossen bekämpft und jüdisches Leben in Deutschland geschützt werden kann. Für uns gilt: Erinnerung verpflichtet zum Handeln. Dass antisemitische Vorfälle seit dem Terrorangriff deutlich zugenommen haben, erfüllt uns mit großer Sorge. Aus unserer historischen Verantwortung heraus muss Deutschland ein Ort sein, an dem Jüdinnen und Juden sichtbar, frei und sicher leben können. Antisemitismus darf keinen Platz haben.

Der auf den Terrorangriff folgende Krieg in Gaza hat unermessliches Leid verursacht. Zehntausende Menschen verloren ihr Leben, darunter viele Zivilistinnen und Zivilisten. Trotz des inzwischen vereinbarten Waffenstillstands bleibt die humanitäre Lage im Gazastreifen dramatisch. Die Menschen brauchen Schutz, Versorgung und eine Perspektive. Zugleich verschärft der völkerrechtswidrige Siedlungsbau im Westjordanland die Spannungen und erschwert den Weg zum Frieden.

Auch drei Jahre nach dem 7. Oktober gehören dauerhafte Sicherheit für Israel und eine friedliche Zukunft für die Palästinenserinnen und Palästinenser zusammen. Deshalb müssen die politischen Bemühungen um eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung mit Nachdruck vorangetrieben werden. Sie bleibt der einzige realistische Weg zu einem gerechten, sicheren und dauerhaften Frieden – damit Menschen auf beiden Seiten ohne Angst leben können.