Weltmädchentag am 22. September einrichten
Das Parlament hat am gestrigen Abend der Bundesregierung einstimmig einen wichtigen Auftrag erteilt: Die Bundesregierung soll sich bei den Vereinten Nationen dafür einsetzen, dass der 22. September zum Weltmädchentag deklariert wird.
Bei der kommenden Generalversammlung der Vereinten Nationen im Oktober muss die Bundesregierung Farbe bekennen: Kanada wird den Antrag zur Errichtung eines Weltmädchentages stellen. Die SPD-Bundestagsfraktion erwartet von der Bundesregierung, dass sie den Antrag vollumfänglich unterstützt und den Beschluss des Bundestags umsetzt.
Anfang 2011 wurde auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion die Forderung des Kinderhilfswerks Plan International nach einem Weltmädchentag im Parlamentarischen Beirat für Bevölkerung und Entwicklung unterstützt und fraktionsübergreifend ein Antrag erarbeitet. Die Einstimmigkeit für den Weltmädchentag ist ein großer parlamentarischer Erfolg.
Ein solcher Tag soll weltweit darauf aufmerksam machen, dass Mädchen aufgrund ihrer besonderen Lebenssituationen häufig ignoriert oder verletzt werden oder Gewalt ausgesetzt sind. Weder am Internationalen Frauentag noch am Weltkindertag wird bislang auf die besondere Situation der Mädchen aufmerksam gemacht.
Die Hälfte der Weltbevölkerung sind Mädchen und Frauen. Sie spielen in ihren Gesellschaften - insbesondere in Entwicklungsländern - eine zentrale und unverzichtbare Rolle, leisten einen erheblichen, meist unbezahlten, Beitrag zum Bruttosozialprodukt und sind die treibende Kraft für ihre Familien und Gemeinden. Oft erfahren sie aber Benachteiligung, Ausbeutung, Gewalt und Ausgrenzung. Vor allem Mädchen sind beispielsweise im Bildungs- und Gesundheitsbereich benachteiligt.