Pressemitteilung

Wachstum der Welt verlangsamen – Familienplanung fördern

Anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli 2010 erklärt die zuständige Berichterstatterin der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth:

Familienplanung und Frauenförderung spielen zentrale Schlüsselrollen, um das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen. Nur wenn gezielt Frauen gestärkt werden - dazu gehört neben der Frauenförderung besonders der Zugang zu Familienplanung und Verhütungsmitteln, zu Aufklärung und Bildung - kann das rasante Bevölkerungswachstum gedrosselt werden. Frauen übernehmen Verantwortung - im Großen wie im Kleinen, für sich und ihre Familie - wenn sie es können. Die Verlangsamung des Bevölkerungswachstums ist heute wichtiger denn je: das Bevölkerungswachstum gefährdet das Weltklima und die Erreichung der acht Millennium-Entwicklungsziele, zu denen sich die internationale Gemeinschaft im Jahr 2000 verpflichtet hat, um die Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen.

Umso beschämender ist es, dass die Bundesregierung die Zielgröße "Gender" mit den Hauptinhalten Frauenförderung und Gleichstellung der Geschlechter, aus dem Haushalt 2010 entfernte. Für den Haushalt 2011 ist dies nicht wieder aufgenommen. Auch die auf dem G8-Gipfel zugesagten 80 Millionen Euro jährlich für Mütter- und Kindergesundheit ändern nicht viel daran, dass die Bundesregierung ihre internationalen Zusagen nicht einhält.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert daher die Bundesregierung auf, zusätzliche Mittel für Familienplanung und Frauenförderung in den Haushalt 2011 einzustellen. Dazu gehört im internationalen Bereich, die bereits erfolgte Kürzung in Höhe um vier Millionen Euro im Haushalt 2010 für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und die Internationale Föderation für Familienplanung (IPPF) zurück zu nehmen.

Am 11. Juli, dem Weltbevölkerungstag, erreicht die Weltbevölkerung mit 6.894.270.000 Menschen einen neuen Höchststand. Diese Zahlen der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung sind dramatisch. Und ein Ende des Wachstums ist noch lange nicht in Sicht: Jede Sekunde kommen fast drei Menschen hinzu - das sind etwa 80 Millionen Menschen -  einmal Deutschland - im Jahr. Bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt.

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  • 17. Wahlperiode
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996
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