Der Virus sitzt tiefer
Mit den staatlichen Zuschüssen für Haushaltshilfen sitzt die schwarz-gelbe Bundesregierung abermals einem Irrtum auf: Die eingeschränkte beziehungsweise verzögerte Berufstätigkeit von Frauen nach der Geburt eines Kindes steht und fällt nicht mit der Hilfe im Haushalt. Ganz andere Mechanismen wirken der frühen Rückkehr in den Beruf und der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen auf dem Arbeitsmarkt entgegen. Schon die Sachverständigenkommission zum Ersten Gleichstellungsbericht hat der Bundesregierung dringend geraten, Fehlanreize für Frauen abzubauen: Indem sie das Ehegattensplitting reformiert, die Subventionierung von Minijobs abbaut, die Partnermonate beim Elterngeld verlängert, für bedarfsgerechte Kinderbetreuung sorgt.
Doch wie gehabt setzt die Regierung auf kurzzeitige Symptombekämpfung. Der Virus aber sitzt tiefer: Wer Frauen und Männer in Beruf, Familie und Haushalt gleichstellen will, muss zu tiefgreifenden Reformen bereit sein. Der verteilt keine Wahlgeschenke, hält aber das Versprechen im Grundgesetz ein, wonach der Staat auf die Gleichberechtigung von Frauen und Männern hinwirken soll.