Schwarz-Gelb ohne Konzept gegen Lebensmittelverschwendung
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert eine umfassende Strategie gegen Lebensmittelverschwendung. Gemeinsam mit den Herstellern, Händlern und Verbrauchern muss den Gründen nachgegangen werden, warum auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette bis hin zum Privathaushalt genießbare Lebensmittel in großen Mengen weggeworfen werden, erklärt Elvira Drobinski-Weiß.
Nichts Neues gibt es aus dem Verbraucherministerium zum Thema Lebensmittelverschwendung. Zwar wurde von Ministerin Aigner bereits Ende 2010 eine Studie angekündigt, die erstmals konkretes und belastbares Zahlenmaterial über Art und Menge der in Deutschland jährlich weggeworfenen Lebensmittel liefern soll. Doch die Ergebnisse sollen nun erst Anfang 2012 vorliegen. Bis dahin wird die Bundesregierung ihre Untätigkeit wohl mit der noch nicht abgeschlossenen Untersuchung begründen. Bei den Regierungsfraktionen ist die Problematik noch nicht wirklich angekommen: Da wird die Schuld für die große Menge genießbarer Lebensmittel im Müll allein bei den Verbrauchern gesehen. Dabei sind vom Acker bis zum Teller alle an der großen Wegwerf-Orgie beteiligt.
Wir fordern eine umfassende Strategie gegen Lebensmittelverschwendung. Gemeinsam mit den Herstellern, Händlern und Verbrauchern muss den Gründen nachgegangen werden, warum auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette bis hin zum Privathaushalt genießbare Lebensmittel in großen Mengen weggeworfen werden. Wir fordern eine Untersuchung der Verständlichkeit und der Auswirkungen des Mindesthaltbarkeitsdatums für Verbraucher, Händler und Tafeln. Dabei muss die Verbraucherforschung einbezogen werden.
Doch das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur ein Mosaikstein unter vielen. Wir fordern einen Runden Tisch gegen Lebensmittelverschwendung, denn die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Bei der Suche nach Lösungen sollten alle Beteiligten einbezogen werden. Wir werden in Kürze unsere Vorschläge für eine Strategie gegen Lebensmittelverschwendung vorlegen.