Pressemitteilung

Regelenergie: Bundesnetzagentur springt zu kurz

Zur heutigen Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Regelenergiemarkt für Strom erklärt der energiepolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Rolf Hempelmann:

Heute hat die Bundesnetzagentur angeordnet, dass alle vier Übertragungsnetzbetreiber bei der Regelenergie intensiver zusammenarbeiten müssen. Das ist nur ein sehr bescheidener Schritt in die richtige Richtung, findet Rolf Hempelmann. Mit einer Zusammenlegung der vier Strom-Regelzonen könnten dreistellige Millionenbeträge eingespart werden - zum Nutzen von Handel und Verbrauchern.

 

Die Bundesnetzagentur hat sich beim Thema Regelenergiemarkt lange warm gelaufen und ist doch nur kurz gesprungen. Mit der heutigen Anordnung einer intensiveren Zusammenarbeit aller vier Übertragungsnetzbetreiber bei der Regelenergie hat sie trotz langer Prüfzeit einen sehr bescheidenen Schritt in Richtung einer effizienteren Handhabung der deutschen Stromnetze getan.

 

Zwar können mit dem bis Mai zu realisierenden "Netzregelverbund" erhebliche Summen eingespart werden, indem ineffizientes Gegeneinanderregeln zwischen den vier Regelzonen vermieden wird. Das eigentliche Einsparpotenzial liegt jedoch in der Schaffung einer einheitlichen und von unabhängiger Hand gesteuerten Regelzone für Strom. Das haben nicht nur eine Reihe von Gutachten bestätigt. Die Mehrzahl unserer europäischen Nachbarn macht es uns bereits vor.

 

Die Haltung der Union, sich nach der heutigen Ausweitung der freiwilligen Zusammenarbeit zwischen den Übertragungsnetzbetreibern jubelnd zurückzulehnen, ist inakzeptabel. Die Zusammenlegung der vier Strom-Regelzonen muss das nächste zu erreichende Ziel bleiben. Die Bundesnetzagentur weiß seit langem, dass damit Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich erzielt werden können. Und über niedrigere Netznutzungskosten können letztlich Handel und Verbraucher beim Strompreis entlastet werden.

 

Da sich mit den laufenden Netzverkäufen an Betreiber aus dem europäischen Ausland die Komplexität des Vorhabens zunehmend erhöht, müssen Bundesregierung und Bundesnetzagentur endlich entschieden handeln.

 

Die Zielmarke ist klar. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesnetzagentur es diesmal umgekehrt macht: kurzer Anlauf, weiter Sprung.

 

 

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