Qualitätspakt: Gute Hochschullehre verdient mehr Förderung
Für die schwarz-gelbe Koalition ist die Lehre weiterhin nebensächlich. Darüber kann auch der erfreuliche Start der Lehrförderung im Hochschulpakt nicht hinwegtäuschen. Anders lässt sich nicht erklären, weshalb Bundesministerin Schavan nur rund 20 Prozent der vom Wissenschaftsrat geforderten Mittel bereitstellen will. Dieser hatte über eine Milliarde Euro im Jahr gefordert, um eine effektive Qualitätssicherung der Lehre in Zeiten von Bologna und der wachsenden Studierendenzahlen zu sichern.
Die SPD-Bundestagsfraktion gratuliert den bisher erfolgreichen Projekten. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Qualitätspakt unverzüglich bedarfsgerecht aufzustocken und dafür auch die Länder ins Boot zu holen.
Wie eine Hochschule mit durchschnittlich nur rund einer Million Euro im Jahr die Lehre für alle Studierenden nachhaltig verbessern soll, bleibt bisher das Geheimnis von Frau Schavan. Stellenoffensiven sind so nicht möglich. Dennoch begrüßt die SPD den Einstieg in die Exzellenzförderung der Lehre als wichtigen Baustein der Bundeshochschulpolitik. Die Koalition war gut beraten, den Vorschlag der SPD zu einem "Studienpakt" vom Ende 2009 zu übernehmen und die - wenn auch zu wenig - Mittel auch nach einem Studierendenschlüssel bedarfsorientiert zu verteilen. Nur so kann der Bund Hilfe leisten, um die Lehre für alle Studierenden zu verbessern. Ein Ausbau der Förderung setzt aber auch für uns voraus, dass die Länder ihre "Trittbrettfahrerei" aufgeben und sich an der Finanzierung des Qualitätspaktes künftig angemessen beteiligen.