Heute versuchte die politische Leitung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vergeblich die Kürzung der Mittel für den Jugendfreiwilligendienst Weltwärts zu rechtfertigen. Eins wurde bei der Aussprache im entwicklungspolitischen Ausschuss klar: Das Programm Weltwärts wird durch die für dieses Jahr vorgenommene Kürzung von 11 Millionen Euro ausgebremst, denn es können rund 2000 Jugendliche weniger entsandt werden, als ursprünglich geplant.
Das im Jahr 2007 ins Leben gerufene entwicklungspolitische Freiwilligenprogramm Weltwärts wird in diesem Jahr evaluiert. Die Ergebnisse der Evaluation sollen im Frühjahr 2011 vorgestellt werden. Von jugendlichen Teilnehmern und deutschen Entsendeorganisationen liegt bereits heute eine breite befürwortende Resonanz vor. Das Konzept von Weltwärts geht auf: Junge Menschen werden in Partnerorganisationen in Entwicklungsländer integriert und lernen dort die Arbeit im Kampf gegen Hunger und Armut hautnah kennen. Eine solche Erfahrung schärft das Bewusstsein für globale Verantwortung sowie für Zukunftsfragen und bürgerschaftliches Engagement in Deutschland.
Noch vor der Evaluierung des Weltwärts-Programms wird durch die Mittelkürzung der dynamische Aufbau des neuen Freiwilligendienstes gedrosselt. Bevor eine Bewertung des Weltwärts-Programms vorliegt, wird das Programm von Schwarz-Gelb kaputt gekürzt. Das ist inakzeptabel.
Die Entscheidung der schwarz-gelben Regierungskoalition, den Weltwärts-Etat für 2010 zu reduzieren, wird auch von Seiten der deutschen Entsendeorganisationen schwer gerügt. Sie beklagen mangelnde Planungssicherheit. Die Entscheidung des Bundestages, für das Haushaltsjahr 2010 29 Millionen Euro anstatt der im Haushaltsentwurf vorgesehenen 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, kam überraschend und hat zu einer großen Verunsicherung geführt. So haben viele Freiwillige, die sich bereits zum Jahreswechsel 2009/2010 bei den Entsendeorganisationen auf einen Freiwilligendienst im Jahr 2010 beworben haben und nach der Auswahl eine Teilnahmevereinbarung unterschrieben haben, ihre Zukunftsplanung auf einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst ausgerichtet. Jetzt ist zu befürchten, dass das Weltwärts-Förderprogramm einen Vertrauensverlust bei Freiwilligen, deren persönlichem Umfeld, Entsende- und Partnerorganisationen erleidet.