Indien und Pakistan: Friedensverhandlungen erster Schritt Richtung Frieden in Südasien
Angesichts einer immer instabiler werdenden Welt begrüßen wir es, dass Indien und Pakistan ihre Absicht bekundet haben, ihre seit dem terroristischen Angriff auf ein Hotel in Mumbai im November 2008 brachliegenden Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Mit Blick auf die zwei bestimmenden Konflikte in der Region, Kaschmir und Afghanistan, ist es ein gutes Zeichen, wenn die beiden größten Rivalen sich bereit erklären, zukünftig wieder über diese sprechen zu wollen.
Der seit über 60 Jahren andauernde Kaschmir-Konflikt ist ein Grund dafür, dass beide Länder ihre Arsenale an Atomwaffen erhöht und damit die Gefahr einer nuklearen Vernichtung vergrößert hatten. Dies ist und war die falsche Reaktion, auch in Anbetracht des gerade von den USA und Russland ratifizierten New-START-Abkommens sowie des internationalen Ziels, die Zahl der Atomwaffen langfristig komplett abzubauen.
Mit Blick auf die Konsolidierung Afghanistans werden die indisch-pakistanischen Gespräche helfen, auf beiden Seiten Vorbehalte abzubauen. Indien engagiert sich in zivilen Bereichen seit einiger Zeit stark in Afghanistan, das von Pakistan lange als strategisches Hinterland im Konflikt mit Indien um Kaschmir gesehen wurde. In Pakistan haben sich dagegen in den vergangenen Monaten die Stimmen derjenigen gemehrt, die Indien generell Verhandlungsbereitschaft absprechen und seinem Engagement in Afghanistan mit großem Misstrauen begegnen.
Die nun in Aussicht stehenden Friedensgespräche sollten zum Ziel haben, einerseits gemeinsam Terror zu bekämpfen und andererseits endlich die eigenen Streitigkeiten beizulegen. Meine Hoffnung ist es, dass die Gespräche, auch wenn sie lange dauern und schwierig sein werden, den Menschen in der Region ein positives Ergebnis, nämlich Frieden, bringen werden.