Genitalverstümmelung weltweit ächten
Jedes Jahr erleiden weltweit circa drei Millionen Mädchen die brutalen Verstümmelungen und tragen dabei nicht nur bleibende körperliche Verletzungen und chronische Schmerzen, sondern auch ein lebenslanges psychisches Trauma davon.
Unsere Anstrengungen im Kampf gegen Genitalverstümmelung müssen sich nun auf die Staaten richten, in denen diese Praxis angewandt wird und zumeist auch gesetzlich nicht verboten ist. Nur mit einer weltweiten Ächtung, bei der wir alle Staaten mit ins Boot holen, können wir Frauen und Mädchen nachhaltig vor Verstümmelungen schützen.
Dieser Brauch gefährdet Mädchen und junge Frauen auch bei uns. Genitalverstümmelung ist zwar in allen EU-Mitgliedstaaten verboten, dennoch ist bei uns das Problem noch nicht gelöst, da die Praxis unter Zuwanderern in der EU teilweise noch aufrechterhalten wird. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt, dass unsere Ärzteschaft sensibilisiert ist für dieses Thema und sich gemeinsam mit der Politik im Kampf gegen Genitalverstümmelung engagiert.
Ärzte haben die Genitalverstümmlung bereits weltweit geächtet. Deswegen ist es gut, dass solche Verstöße gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit in Deutschland verboten sind und auch der bestraft wird, der sie im Ausland durchführen lässt. Strafe allein ist aber nicht alles: Menschen aus Kulturkreisen, in dem diese widerlichen Verbrechen vorkommen, müssen aufgeklärt werden. Nur damit wird erreicht, dass Väter und Mütter überhaupt nicht mehr auf die Idee kommen, ihre Töchter zu verstümmeln.