Europäische Union muss ihr Klimaschutzziel anheben
Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die Europäische Union ihr Klimaziel verschärft. Und zwar unabhängig vom Verhalten anderer Staaten. Die Studie "A New Growth Path for Europe" kommt zu dem Ergebnis, dass sich ein Klimaschutzziel von 30 Prozent weniger CO2 bis zum Jahr 2020 wirtschaftlich positiv auswirkt. Wenn in Europa nicht durch eine ambitionierte Klimapolitik Innovationen und neue Technologien gefördert werden, ist die Gefahr groß, dass andere Regionen die EU überholen werden und Europa die Technologieführerschaft und somit Arbeitsplätze verlieren wird.
Klimaschutz- und Effizienztechnologien sind die gefragten Produkte auf den weltweiten Märkten von morgen. Noch sind europäische Unternehmen im Bereich der kohlenstoffarmen Güter und Dienstleistungen gut aufgestellt. Aber der Rest der Welt holt auf. Wer heute mehr Klimaschutz verhindert, wirkt sicheren Arbeitsplätze von morgen entgegen. Diese Arbeitsplätze werden dann in Südkorea oder China entstehen. Staaten wie China und Brasilien, aber auch Indien und Südkorea entwickeln eine ungeheure Dynamik, auch weil sie die Auswirkungen des Klimawandels direkter spüren und können Europa den Rang ablaufen. Aus Arbeitsplatz- und Technologiegründen können wir uns eine Pause im Klimaschutz nicht erlauben. Und ein Beibehalten des gegenwärtigen Klimaziels würde bedeuten, dass die EU ihre Emissionen in den folgenden zehn Jahren um gerade einmal 2,7 Prozent absenken müsste - was einem Stillstand in der Klimapolitik gleich käme und weder den Bürgerinnen und Bürgern noch der internationalen Staatengemeinschaft zu vermitteln wäre.