E10-Gipfel: Röttgen abgetaucht, Brüderle blamiert mit PR-Aktion
Bioethanol ist wichtig für die Energiewende und für eine größere Unabhängigkeit von Rohöl aus Saudi-Arabien oder Nordafrika. Doch der Kraftstoff muss auch nachweislich zum Klimaschutz beitragen, sagt Dirk Becker. Der Benzingipfel jedenfalls war eine reine PR-Aktion ohne Ergebnis.
Statt sich aktiv für eine noch höhere Klimaverträglichkeit der Biokraftstoffe stark zu machen, stellt Umweltminister Röttgen während des E10-Gipfels erneut seine mangelnde Motivation und Durchsetzungskraft unter Beweis. Als zuständiger Minister für Biosprit zieht er es vor, während der E10-Einführung in Skiurlaub zu fahren, anstatt dies zu seinem Thema zu machen. Wirtschaftsminister Brüderle hingegen veranstaltet mit dem Gipfel eine reine PR-Aktion ohne handfeste Ergebnisse.
Höhere Beimischungen von Ethanol zum klimaschädlichen, fossilen Öl sind ein wichtiger Schritt, um Deutschland unabhängiger von Rohöl aus Saudi-Arabien oder Nordafrika zu machen, solange das eingesetzte Ethanol nachweislich zum Klimaschutz beiträgt. Aus diesem Grund müssen Wissenschaftler untersuchen, wie Biokraftstoffe noch effizienter und klimaschonender erzeugt und indirekte Landnutzungsänderungen verhindert werden können. Die Erkenntnisse können Eingang in die bestehende Biokraftstoffnachhaltigkeitsverordnung finden.
Die geltende Biokraftstoffnachhaltigkeitsverordnung schreibt bereits vor, dass in Deutschland nur Ethanol aus nachhaltig angebautem Energiepflanzen zum Einsatz kommen darf, das darüber hinaus nachweislich ein Treibhausgasminderungspotenzial von mindestens 35 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen aufweist.