Bundesfreiwilligendienst schafft überflüssige Doppelstrukturen
Die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes wird neben den bestehenden Jugendfreiwilligendiensten FSJ und FÖJ für überflüssige Doppelstrukturen sorgen. Der Bundesfreiwilligendienst wurde von der Bundesregierung als "Lückenfüller" für den wegfallenden Zivildienst konzipiert. Sönke Rix sieht im Bundesfreiwilligendienst aber in erster Linie Bildungsdienste und eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements.
Am Freitag wird aller Voraussicht nach das Gesetz zur Einführung eines Bundesfreiwilligendienstes den Bundesrat passieren. Die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes wird neben den bestehenden Jugendfreiwilligendiensten FSJ und FÖJ für überflüssige Doppelstrukturen sorgen. Es ist glasklar: Der Bundesfreiwilligendienst wurde als "Lückenfüller" für den wegfallenden Zivildienst konzipiert. Dabei war die Herangehensweise jedoch grundfalsch: Für die Bundesregierung stand die Infrastruktur im sozialen und pflegerischen Bereich klar im Vordergrund - und nicht die jungen Menschen.
Jugendfreiwilligendienste sind aber in erster Linie Bildungsdienste und eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements - die jungen Freiwilligen selbst stehen an erster Stelle.
Eine stärkere Förderung der bestehenden Jugendfreiwilligendienste, ein Platzausbau, mehr Anerkennung und rechtliche Verbesserungen wären die richtigen Schritte zur Stärkung der Zivilgesellschaft gewesen. Diese Chance hat die Bundesregierung vertan.
Der Wegfall des Zivildienstes muss aber auch durch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im gesamten sozialen Bereich kompensiert werden. Teure Werbekampagnen für den neuen Bundesfreiwilligendienst sind da zu kurz gesprungen.