Pressemitteilung

Für einen breiten Wettbewerb um gute Lehre – worauf wartet Frau Schavan?

Anlässlich der Ankündigungen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, einen neuen Wettbewerb unter den Hochschulen ins Leben rufen zu wollen, erklärt der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann:

Die Bundesbildungsministerin hat einen neuen Wettbewerb für gute Lehre angekündigt und damit eine Kernforderung der SPD-Bundestagsfraktion aufgegriffen. Die SPD-Bundestagsfraktion hat einen Pakt von Bund und Ländern für Studienqualität und gute Lehre vorgeschlagen, um die Situation der Studierenden an den Hochschulen zu verbessern. Wenn man von der Bundesbildungsministerin nun aber ein konkretes Konzept für einen solchen Wettbewerb erwartet, wird man erneut enttäuscht, denn wieder sind es nur Ankündigungen: Mit diesem "Wettbewerb um die beste Lehre" will der Bund Hochschulen finanziell unterstützen, die gute neue Konzepte vorlegen. Dieses Instrument soll nach Auffassung der Bundesbildungsministerin den Hochschulen vor allem ein Signal geben, dass exzellente Lehre so wichtig und so anerkannt ist wie exzellente Forschung.

Ankündigungen der Bundesbildungsministerin gibt es seit den Koalitionsverhandlungen zahlreiche, konkrete Konzepte dagegen stehen bis heute aus. Nach dem gescheiterten Bildungsgipfel wird es daher auch nicht vor Jahresmitte irgendwelche Initiativen geben. Leider hat die Bundesbildungsministerin es auch versäumt, konkrete Zahlen zum Umfang eines neuen Wettbewerbs zu nennen, sondern lediglich erklärt, dass sie über zehn Jahre bis 2020 mehr Geld zur Verfügung stellen wolle. Damit steht zu befürchten, dass es sich letztlich vor allem um einen eher symbolischer Spitzenwettbewerb handelt, der nur wenigen Hochschulen zu Gute kommt.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert dagegen seit einem halben Jahr einen Bund-Länder-Studienpakt, bei dem in drei Jahren mindestens drei Milliarden Euro für mehr Personal, eine bessere soziale Infrastruktur und einen Wettbewerb für gute Lehre investiert werden. Der Bund sollte dabei 90 Prozent der Kosten tragen, damit der Pakt schnell realisiert werden kann. Der Wettbewerb soll breit ausgerichtet sein, damit möglichst viele Hochschulen davon partizipieren können. Wir fordern die Bundesbildungsministerin auf, endlich ihren Ankündigungen auch konkrete Maßnahmen folgen zu lassen und einen breiten Wettbewerb für gute Lehre aufzulegen und hierfür die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Bund ist gemeinsam mit den Ländern gefordert, die Hochschulen und Studierenden zu unterstützen - ein schlanker Spitzenwettbewerb kann daher nicht ausreichen. Wir brauchen nicht exzellente Lehr-Leuchttürme, sondern exzellente Lehre in der Fläche - und dies möglichst kurzfristig. Worauf warten Sie eigentlich noch, Frau Schavan?

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Legislatur
  • 17. Wahlperiode
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190
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