Pressemitteilung

Anbieter von Bauernhofurlaub und Landtourismus nicht im Regen stehen lassen

Die Bundesregierung scheint die tourismuspolitischen Leitlinien aus den Augen zu verlieren. Dazu erklären der tourismuspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Hans-Joachim Hacker und der zuständige Berichterstatter Heinz Paula:

Bauernhofurlaub und Landtourismus sind vor allem bei Familien mit Kindern und Senioren beliebte und erschwingliche Urlaubsformen. Viele gut geführte Unterkünfte sind bereits am Jahresanfang restlos ausgebucht. Die Verbindung von Natur und Aktivurlaub erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dennoch müssen wir eine Reihe von Rahmenbedingungen im Interesse von Anbietern und Urlaubern spürbar verbessern und die Potenziale dieses Tourismussektors auszunutzen. Mit rund 702 Millionen Euro Umsatz ist er eine der wichtigsten Arbeitsplatz - und Einkommensquellen in ländlichen strukturschwachen Räumen.

Die Anbieter stehen vor Anforderungen, die sie ohne Unterstützung durch Bund, Länder und Kommunen nur schwer schultern können. Schon in der vergangenen Legislaturperiode haben wir uns anhand eines umfassenden Antrages für verbesserte Bedingungen des Landtourismus eingesetzt. Darüber hinaus haben wir als damalige Regierungsfraktion tourismuspolitische Leitlinien formuliert, deren Umsetzung unser damaliger Koalitionspartner CDU/CSU offensichtlich jetzt nicht ernst nimmt. Daher haben wir heute eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, um erneut im Interesse von Anbietern und Urlaubern auf die wichtigsten Handlungsbedarfe bei Bund und Ländern hinzuweisen. Wir wollen, dass

  • der ländliche Raum hinsichtlich der Internetversorgung nicht länger ein Stiefkind bleibt. Angesichts der hohen Buchungsraten übers Internet ist dies eine deutliche Benachteiligung für die betroffenen Regionen. Die Bundesregierung muss die "weißen Flecken" bei der Breitbandversorgung schließen.

  • Menschen mit Behinderungen, ältere Reisende und Familien mit Kindern ihre Urlaubsziele im ländlichen Raum mit öffentliche Verkehrsmittel erreichen können. In angemessener Zeit und ohne unüberwindbare Hürden, zum Beispiel in Form von Treppen oder fehlenden Einstiegshilfen. Bund und Länder sind beim Ausbau des ÖPNV und der Umsetzung der Barrierefreiheit in der Pflicht.

  • Anbieter, die ihre Bauernhöfe für touristische Zwecke nutzen wollen, Unterstützung erfahren und nicht an den Hürden des Baugesetzbuches scheitern, wenn sie die Außenbereiche mit nutzen wollen.

  • Gütesiegel beim Bauernhofurlaub und Landtourismus Qualität garantieren und interessierten Urlaubern Aufschluss über Ausstattung des Ferienobjektes, Freizeit-, Sport- und weiteren Angebote geben.

  • GEZ-Gebühren keine unverhältnismäßig hohe Belastung darstellen, hier sind die Länder gefragt.

  • Ferienzeiten bundesweit besser abgestimmt und entzerrt werden.

  • Datengrundlagen geschaffen werden, die verlässlich und aufschlussreich Auskunft über ländlichen Tourismus geben.

Die Antworten der Bundesregierung werden Aufschluss darüber geben, ob die Interessen des ländlichen Tourismus bei dieser Regierung Resonanz finden oder unter "ferner liefen" geführt werden.

Stand
Legislatur
  • 17. Wahlperiode
PM-Nummer
631
Arbeitsgruppen
Abgeordnete
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