Weitere Altschuldenentlastung für Wohnungsunternehmen in den neuen Ländern nötig
Die Wohnungsunternehmen in den neuen Ländern brauchen jetzt dringend eine weitere Entlastung von den Altschulden, um weiterhin in den Rückbau von Wohnungen und zugleich in die Aufwertung ihrer Quartiere investieren zu können. Die benötigten Wohnungen müssen energetisch saniert und altersgerecht umgebaut werden, erklären Sören Bartol und Hans-Joachim Hacker.
Die Wohnungsunternehmen in den neuen Ländern brauchen jetzt dringend eine weitere Entlastung von den Altschulden, um weiterhin in den Rückbau von Wohnungen und zugleich in die Aufwertung ihrer Quartiere investieren zu können. Die benötigten Wohnungen müssen energetisch saniert und altersgerecht umgebaut werden.
Die SPD-Bundestagsfraktion hat einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der dieses wichtige städtebauliche Thema aufgreift und die Bundesregierung auffordert, eine abschließende Regelung für die Altschuldenproblematik der Wohnungsunternehmen in den neuen Ländern zu erarbeiten.
Die Wohnungsunternehmen in den neuen Ländern müssen die Chance bekommen, sich weiterhin am innovativen Projekt Stadtumbau zu beteiligen. Ihnen droht eine neue Leerstandswelle. Schätzungen zufolge wird es aufgrund von Bevölkerungswanderung und der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahren einen Leerstand von zusätzlich mehr als 400.000 Wohnungen geben. Eine Million Wohnungen stehen jetzt schon leer. Das bedroht nicht nur das Stadtbild in den neuen Ländern, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der Wohnungsunternehmen. Sie haben immer noch mit Altschulden aus der Wohnungsbaupolitik der DDR zu kämpfen.
Mit dem 2002 begonnenen Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" wurde ein Förderprogramm geschaffen, das städtebauliche Fehlentwicklungen korrigieren und Quartiere aufwerten soll. Wie eine Evaluation im vergangenen Jahr ergab, ist das Programm ein voller Erfolg. Stadtteile wurden durch den Umbau stabilisiert, wertvolle Altbaubestände gesichert. Beim Rückbau von Wohnungen wurden die Wohnungsunternehmen von Altschulden befreit. Das war eine entscheidende Voraussetzung für die Eigenkapitalstärkung der Wohnungsunternehmen. Dieser Prozess könnte jetzt ins Stocken geraten: eine neue Leerstandswelle wird zu neuen Belastungen für die Wohnungsunternehmen führen. Einbrüche drohen bei den Mieteinnahmen und hohe Betriebskosten schränken die betriebswirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Unternehmen ein.