Saskia Esken im Interview mit spdfraktion.de

Die gebürtige Schwäbin Esken will daran mitwirken, "dass der Bund die Länder bei der Verbesserung der Chancengerechtigkeit in der Bildung und bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention antreibt und unterstützt". Außerdem stehen der notwendige Strukturwandel im Tourismus und eine nachhaltige Holzwirtschaft sowie Waldpolitik auf ihrer Agenda für die kommenden vier Jahre.

Was ging dir durch den Kopf als klar war, dass du in den Bundestag einziehen wirst?

Ehrlich gesagt, war ich von der durchgemachten Nacht ziemlich erschöpft, denn erst morgens um 3 Uhr konnte der Bundeswahlleiter sicher sagen, dass mein Listenplatz 18 in Baden-Württemberg ziehen und ich damit ein Mandat erringen würde. An den folgenden Tagen überschlugen sich dann schon die Ereignisse und die Blumensträuße, so dass ich doch noch recht schnell in der Wirklichkeit ankam.

Ich habe mir dann in den Ruhezeiten, in der Bahn oder zwischen den Sitzungen viele Gedanken über meine künftige Arbeit, mein Privatleben und das meiner Familie, über Büros, Mitarbeiter und andere Dinge gemacht, die ich jetzt zu organisieren haben würde.

Wie war dein Eindruck nach den ersten Zusammentreffen mit den anderen SPD-Bundestagsabgeordneten? Was nimmst du von den ersten Fraktionssitzungen mit?

Mit vielen Kollegen der Landesgruppe war das Zusammentreffen nichts Neues, weil man sich von der Kandidatur her, aus der Parteiarbeit auf Landesebene oder durch deren Unterstützung im Wahlkampf kannte. Andere neue Kollegen kannten sich vom Coaching-Seminar der Parteischule, das war eine schöne Sache, dass wir uns nach dem gemeinsamen Erfolg wieder trafen.

Dass ich nun Mitglied dieser großartigen sozialdemokratischen Fraktion mit so vielen herausragenden Politikerinnen und Politikern sein würde, habe ich eigentlich erst in den ersten beiden Fraktionssitzungen wirklich begriffen.

Was musstest du als neues Mitglied des Bundestages alles nach dem 22. September organisieren?

Die Organisation meines Mandats, meiner Wohnung in Berlin und meiner Büros in Berlin und im Wahlkreis ist noch lange nicht abgeschlossen, aber ich arbeite dran – mit der großartigen Unterstützung meiner ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welcher Politikbereich interessiert dich? In welchem Bundestagsausschuss und in welcher Fraktionsarbeitsgruppe würdest du gern mitarbeiten?

Ich interessiere mich für die Themen Bildung/Bildungsgerechtigkeit und für den Tourismus, und das sind die Themen, mit denen ich mich auch gerne im Ausschuss und in Arbeitsgruppen der Fraktion beschäftigen würde.

Was ist dein selbstgestecktes Ziel in deiner ersten Wahlperiode? Was willst du für deinen Wahlkreis/dein Bundesland bewegen, und was willst du inhaltlich für das gesamte Land erreichen?

Ich möchte gerne bewirken, dass der Bund die Länder bei der Verbesserung der Chancengerechtigkeit in der Bildung und bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention antreibt und unterstützt. Und ich würde gerne bewirken, dass der anstehende Strukturwandel im Tourismus zielgerichtet unterstützt wird anstelle der Mehrwertsteuersenkung im Hotelgewerbe.

Ein ganz besonderes Herzensprojekt wäre es, dass die Holzwirtschaft ihren grundsätzlichen Widerstand gegen Schutzgebiete und gegen Waldnationalparke aufgibt und sich zu einem gemeinsamen Ziel von fünf prozent der Gesamtwaldfläche und zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche bekennt, die zugunsten von Naturschutz und Artenvielfalt aus der Nutzung genommen werden sollen.