Sabine Poschmann, Mittelstandsbeauftragte:

Das Bundeskabinett hat heute weitere Bürokratieentlastungsmaßnahmen, insbesondere für mittelständische Unternehmen, in Höhe von jährlich 360 Millionen Euro verabschiedet. Damit wird der im vergangenen Jahr mit dem ersten Gesetz zum Bürokratieabbau eingeschlagene Kurs konsequent fortgeführt.

„Das zweite Paket zur Entlastung von Unternehmen zeigt, dass wir es mit dem Bürokratieabbau ernst meinen. Allein durch den Wegfall der steuerlichen Aufbewahrungsfrist für Lieferscheine werden die Unternehmen jährlich um 217 Millionen Euro entlastet. Bisher mussten diese sechs Jahre lang in Aktenschränken gelagert werden. Mit Erhalt beziehungsweise Versand der entsprechenden Rechnungen entfällt diese Anforderung zukünftig.

Durch die Anhebung des Schwellenwerts für Rechnungen bei Kleinbeträgen von 150 auf 200 Euro, entlasten wir die Betriebe um weitere 43 Millionen Euro. Insbesondere kleinere Unternehmen sparen durch die Änderung Zeit und Geld. Denn der Gesetzgeber sieht für Kleinbetragsrechnungen wesentlich weniger Angaben vor. So entfallen beispielsweise fortlaufende Rechnungsnummern und der Zeitpunkt der Lieferung.

Darüber hinaus profitieren Arbeitgeber mit ein oder zwei Mitarbeitern davon, dass der Schwellenwert für das Lohnsteuer-Anmeldeverfahren von 4000 auf 5000 Euro angehoben wird. Bleibt die Lohnsteuer unter diesem Betrag, so muss die Anmeldung beim Finanzamt nur vierteljährlich und nicht monatlich erfolgen.

Mit diesen und weiteren Maßnahmen im zweiten Bürokratieentlastungsgesetz schaffen wir spürbare Erleichterungen – vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Mit Sicherheit werden wir noch weitere Entlastungen auf den Weg bringen. Insbesondere sollte der seit Jahrzehnten unveränderte Schwellenwert für die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter unbedingt angehoben werden. Dies würde der gesamten Wirtschaft sofort spürbar nützen.“