Interview mit Petra Rode-Bosse

Für sie völlig überraschend erhielt Petra Rode-Bosse (Jahrgang 1959) Ende Oktober 2015 die Möglichkeit über die Landesliste Nordrhein-Westfalen (für den Wahlkreis Lippe I) in den 18. Deutschen Bundestag nachzurücken – für Dirk Becker, der nach 10-jähriger Tätigkeit als SPD-Bundestagsabgeordneter auf sein Mandat verzichtete. spdfraktion.de hat die engagierte Sozialdemokratin aus Marienmünster nach ihren ersten Eindrücken und ihren politischen Zielen gefragt.

spdfraktion.de: Was ging dir durch den Kopf als klar war, dass du für Dirk Becker in den Bundestag nachrückst?

Petra Rode-Bosse: Mein Nachrücken in den Deutschen Bundestag hatte ja in etwa die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch zum selben Zeitpunkt vom Blitzschlag getroffen und von einem Lotto-Gewinn ereilt wird. Es war schon sehr überraschend – aber natürlich auch eine tolle Neuigkeit. Zudem freut es mich, dass alle Personen vor mir auf der Liste aus positiven Gründen auf ihr Mandat verzichtet haben.

Wie hast du dich auf deine neue Aufgabe zwischen Marienmünster und Berlin eingestellt?

Ich muss sagen: Sehr schnell. Etwas anderes blieb ja auch nicht übrig, denn ich war ja sofort mitten im Geschehen. Dank eines zügig zusammengestellten tollen Mitarbeiterteams konnten wir die Arbeit dann sofort aufnehmen.

Wie war dein Eindruck von deiner ersten Fraktionssitzung? Wie verlief das Kennenlernen mit den anderen SPD-Abgeordneten?

Meine erste Fraktionssitzung war gleich sehr vielseitig. Wichtige Themen waren die Neuregelung der Sterbehilfe und die Flüchtlingssituation. Das Kennenlernen verlief in allen Gruppen sehr nett, zudem kannte ich schon einige Kolleginnen und Kollegen.

In welchem Fachausschuss bzw. welcher Arbeitsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion möchtest du gerne mitarbeiten?

Ich bin mittlerweile Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und stellvertretendes Mitglied im Unterausschuss Europarecht. Darüber hinaus interessiert mich als Mitglied der Bundeswehrverwaltung seit nunmehr 37 Jahren der Bereich Verteidigung stark.

Ergänze bitte den Satz: Ich bin Sozialdemokratin, weil…

...für mich der Mensch im Mittelpunkt steht und dies in meinen Augen die Werte der Sozialdemokratie im Kern widerspiegeln und zudem sehr aktuell sind. Die positive Gestaltung und Verbesserung der persönlichen Lebenssituation jedes einzelnen liegen der SPD seit über 150 Jahren am Herzen. In keiner anderen Partei findet man so stimmig Tradition und Moderne vereint.

Hast Du dir schon konkrete Ziele für Deine erste Wahlperiode vorgenommen?

Natürlich will ich meinen Wahlkreis gut in Berlin repräsentieren und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger transportieren. Neben dem Bereich Verteidigung werde ich mich in meiner AG im Bereich Recht und Verbraucherschutz und hier mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen engagieren, weil es sich aus meiner früheren Tätigkeit als Therapeutin für Psychotherapie anbietet. Allerdings kann ich auch nach dieser kurzen Zeit in dem neuen, anspruchsvollen hochinteressanten Berufsumfeld einen Wunsch in Anhang an einen bekannten Song formulieren: Gekommen, um zu bleiben (von der Band „Wir sind Helden“).