Gesetzgebung für würdevolles Leben und Sterben
Sterbehilfe?
Sehr geehrte Damen und Herren,
Menschen muss ein Sterben in Würde ermöglicht werden. Wie das genau erreicht werden kann und ob Sterbehilfe – in welcher Form auch immer – dazu beitragen kann und darf, darüber wird emotional und kontrovers diskutiert.
Zum Ende des Lebens und bei sehr schweren Erkrankungen sind wir besonders auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Soll sich diese Unterstützung auf die Linderung von Schmerzen beschränken oder kann Hilfe auch die Beendigung des Lebens bedeuten? Kann man einem Sterbenden oder schwer Kranken das Recht absprechen, das jedem anderen zusteht, nämlich sich das Leben zu nehmen? Könnte eine gesellschaftliche Erwartungshaltung entstehen, dass sich Gebrechliche und Kranke möglichst geräuschlos aus dem Leben zu verabschieden haben? Sind Vereinigungen, die Unterstützung bei der Selbsttötung anbieten, ein Problem oder birgt eine Professionalisierung auf diesem Gebiet vielleicht gar Chancen? Welche Optionen der Palliativmedizin und -pflege, die Kranken würdevolles Weiterleben ermöglichen könnten, werden nicht ausreichend genutzt?
Der Deutsche Bundestag hat sich vorgenommen, in dieser Wahlperiode die Sterbehilfe rechtlich zu regeln. Wir werden uns dafür viel Zeit nehmen und offen diskutieren. Am Ende wird es Anträge geben, die von Abgeordnetengruppen jenseits der Fraktionen getragen werden. Diese Gruppen haben sich noch nicht zusammengefunden, wir stehen ganz am Anfang des Entscheidungsprozesses.
Deshalb möchten wir Sie einladen, gemeinsam mit uns und Menschen aus der Region, die sich beruflich mit Fragen des Lebens und des Sterbens beschäftigen, dieses vielschichtige Thema zu diskutieren. Wir freuen uns auf Ihre Meinungen und Erfahrungen, die wichtig für unsere Entscheidungsfindung sein werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre SPD-Bundestagsfraktion
Sören Bartol
Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
Willi Brase
Mitglied des Deutschen Bundestages
Technologie- und Tagungszentrum Marburg (TTZ)
Software-Center 3
35037 Marburg
Programm
19.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Sören Bartol
Abgeordneter für Marburg-Biedenkopf
19.20 Uhr
Stellungnahmen der Podiumsteilnehmer
Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Freund
Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg
Julia Kunz
Koordinatorin Ambulanter Hospizdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe Mittelhessen
Dr. Hans Albrecht Oehler
Palliativmediziner und Geschäftsführer des St. Elisabeth-Hospizes Marburg
Dr. Christian Walther
Neurobiologe, eh. Philipps-Universität Marburg, und Autor des Buches
„Sterbefasten“
Helmut Wöllenstein
Propst des Sprengels Waldeck und Marburg der evangelischen Kirche
20.15 Uhr
Diskussion mit dem Publikum
21.30 Uhr Fazit und Schlusswort
Willi Brase
Abgeordneter für Siegen-Wittgenstein
Hinweis
Tagungsort
Technologie- und Tagungszentrum Marburg (TTZ)
Software-Center 3
35037 Marburg
Einlass ab 18.30 Uhr
Barrierefreier Zugang zum Veranstaltungsraum und rollstuhlgeeignete Toiletten vorhanden.
Rückantwort
Bitte melden Sie sich bis zum 10. September 2014 per Fax oder E-Mail an,
um uns die Planung zu erleichtern.
Sie können aber auch gerne spontan vorbeikommen.
Kontakt
Sören Bartol, MdB
Wahlkreisbüro
Biegenstraße 33
35037 Marburg
Telefon (06421) 1699016
Telefax (06421) 1699020
E-Mail soeren.bartol.wk@bundestag.de