Selbstbestimmung im Identitätsgeschlecht

Intersexuelle Menschen anerkennen

Zeitraum
Dienstag, 04.09.2012 19:00–21:30
Veranstaltungsformat
Vor Ort
Terminart
Veranstaltung
Anmeldeschluss (Präsenz)
Montag, 03.09.2012 17:59
Abgeordnete

Sehr geehrte Mitmenschen,

die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Stellungnahme Intersexualität des Deutschen Ethikrates. Wir alle müssen neu lernen: Nicht jedes Kind wird als „weiblich“ oder „männlich“ geboren. Schätzungen zufolge leben unter uns 10.000 bis 120.000 Menschen, die mehrdeutig geschlechtlich geboren wurden. Intergeschlechtliche Menschen sind Teil unserer Gesellschaft und verdienen wie alle Mitmenschen unseren Respekt. Ihr physisches und psychisches Leid und ihre vielschichtigen sozialen Probleme müssen beendet werden. Wir unterstützen das Selbstbestimmungsrecht intersexueller Menschen, ihren Anspruch auf Anerkennung ihres So-Seins und ihr Recht, ein Leben frei von Diskriminierung zu leben.

Der Deutsche Bundestag hat sich erstmals 2011 mit dem Thema Intersexualität befasst. Am 25. Juni fand eine öffentliche Anhörung des Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Die einhellige Meinung der Betroffenen-Vertreterin sowie der medizinischen und juristischen ExpertInnen war: Intersexualität ist keine Krankheit und keine Störung. Operationen zur Geschlechtszuordnung bei intergeschlechtlichen Kindern stellen einen Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit dar. Sie sollen zukünftig unterbunden werden. Die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff ist von den Betroffenen selbst zu treffen. Gefordert wurde die Erweiterung des Personenstandswesens um eine dritte Geschlechtskategorie „anderes“.

Die SPD-Bundestagsfraktion möchte den nötigen Bewusstseinswandel forcieren. Wir wollen eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem häufig aus Unsicherheit und Unkenntnis heraus noch mit einem Tabu belegtem Thema führen. Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen.

Mit solidarischen Grüßen

Ihre SPD-Bundestagsfraktion

Mechthild Rawert, MdB
Ausschuss für Gesundheit 

      
Christel Humme, MdB
stellv. Vorsitzende im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Veranstaltungsort

Gemeindehaus der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
An der Apostelkirche 1
10783 Berlin-Schöneberg

    Programm

    19.00 Uhr
    Vesper des Rogate-Klosters
    St. Michael zu Berlin
    In der Zwölf-Apostel-Kirche,
    Frater Franziskus, Rogate-Kloster

     

    19.45 Uhr
    Intersexualität - auch eine politische Herausforderung

    Mechthild Rawert, MdB,
    Mitglied des Gesundheitsausschusses, Sprecherin der SPD-Landesgruppe Berlin in der SPD-Bundestagsfraktion

     

    20.00 Uhr
    Intergeschlechtlichkeit_en - eigene Realitäten, eigene Normen

    Simon Zobel,
    Verein intersexueller Menschen e.V.; Amnesty International, Berlin

     

    20.15 Uhr
    Stellungnahme Intersexualität

    Dr. Katrin Bentele,
    Geschäftsstelle Deutscher Ethikrat

     

    20.30 Uhr 
    „Die Mediziner dürfen nicht das letzte Wort haben“

    Dr. med. Jörg Woweries,
    Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Berlin

     

    20.45 Uhr
    Die neue Gender-Gesetzgebung in Argentinien

    Vertreter der Botschaft der Republik Argentinien

     

    21.00 Uhr
    Diskussion

    und Möglichkeit, Fragen zu stellen

     

    21.30 Uhr
    Fazit und Schlusswort

    Mechthild Rawert, MdB

     

    Wir laden Sie im Anschluss zu lockeren Gesprächen bei einem kleinen Imbiss ein.

    Tagungsort
    Gemeindehaus der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
    An der Apostelkirche 1
    10783 Berlin-Schöneberg

     


    Anfahrt mit dem ÖPNV:
    U Bhf. Kurfürstenstraße oder U Bhf. Nollendorfplatz,
    300 m Fußweg

     


    Rückantwort nur bei Teilnahme
    Um Antwort per E-Mail oder Fax bis zum 03.09.2012 wird gebeten.

     


    Kontakt
    Mechthild Rawert, MdB
    Deutscher Bundestag
    11011 Berlin

     


    Telefon (030) 227-73750
    Telefax (030) 227-76250
    E-Mail mechthild.rawert@bundestag.de