Selbstbestimmung im Identitätsgeschlecht
Intersexuelle Menschen anerkennen
Sehr geehrte Mitmenschen,
die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Stellungnahme Intersexualität des Deutschen Ethikrates. Wir alle müssen neu lernen: Nicht jedes Kind wird als „weiblich“ oder „männlich“ geboren. Schätzungen zufolge leben unter uns 10.000 bis 120.000 Menschen, die mehrdeutig geschlechtlich geboren wurden. Intergeschlechtliche Menschen sind Teil unserer Gesellschaft und verdienen wie alle Mitmenschen unseren Respekt. Ihr physisches und psychisches Leid und ihre vielschichtigen sozialen Probleme müssen beendet werden. Wir unterstützen das Selbstbestimmungsrecht intersexueller Menschen, ihren Anspruch auf Anerkennung ihres So-Seins und ihr Recht, ein Leben frei von Diskriminierung zu leben.
Der Deutsche Bundestag hat sich erstmals 2011 mit dem Thema Intersexualität befasst. Am 25. Juni fand eine öffentliche Anhörung des Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Die einhellige Meinung der Betroffenen-Vertreterin sowie der medizinischen und juristischen ExpertInnen war: Intersexualität ist keine Krankheit und keine Störung. Operationen zur Geschlechtszuordnung bei intergeschlechtlichen Kindern stellen einen Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit dar. Sie sollen zukünftig unterbunden werden. Die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff ist von den Betroffenen selbst zu treffen. Gefordert wurde die Erweiterung des Personenstandswesens um eine dritte Geschlechtskategorie „anderes“.
Die SPD-Bundestagsfraktion möchte den nötigen Bewusstseinswandel forcieren. Wir wollen eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem häufig aus Unsicherheit und Unkenntnis heraus noch mit einem Tabu belegtem Thema führen. Wir laden Sie herzlich ein, sich daran zu beteiligen.
Mit solidarischen Grüßen
Ihre SPD-Bundestagsfraktion
Mechthild Rawert, MdB
Ausschuss für Gesundheit
Christel Humme, MdB
stellv. Vorsitzende im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Gemeindehaus der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
An der Apostelkirche 1
10783 Berlin-Schöneberg
Programm
19.00 Uhr
Vesper des Rogate-Klosters St. Michael zu Berlin
In der Zwölf-Apostel-Kirche,
Frater Franziskus, Rogate-Kloster
19.45 Uhr
Intersexualität - auch eine politische Herausforderung
Mechthild Rawert, MdB,
Mitglied des Gesundheitsausschusses, Sprecherin der SPD-Landesgruppe Berlin in der SPD-Bundestagsfraktion
20.00 Uhr
Intergeschlechtlichkeit_en - eigene Realitäten, eigene Normen
Simon Zobel,
Verein intersexueller Menschen e.V.; Amnesty International, Berlin
20.15 Uhr
Stellungnahme Intersexualität
Dr. Katrin Bentele,
Geschäftsstelle Deutscher Ethikrat
20.30 Uhr
„Die Mediziner dürfen nicht das letzte Wort haben“
Dr. med. Jörg Woweries,
Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Berlin
20.45 Uhr
Die neue Gender-Gesetzgebung in Argentinien
Vertreter der Botschaft der Republik Argentinien
21.00 Uhr
Diskussion
und Möglichkeit, Fragen zu stellen
21.30 Uhr
Fazit und Schlusswort
Mechthild Rawert, MdB
Wir laden Sie im Anschluss zu lockeren Gesprächen bei einem kleinen Imbiss ein.
Hinweis
Tagungsort
Gemeindehaus der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
An der Apostelkirche 1
10783 Berlin-Schöneberg
Anfahrt mit dem ÖPNV:
U Bhf. Kurfürstenstraße oder U Bhf. Nollendorfplatz,
300 m Fußweg
Rückantwort nur bei Teilnahme
Um Antwort per E-Mail oder Fax bis zum 03.09.2012 wird gebeten.
Kontakt
Mechthild Rawert, MdB
Deutscher Bundestag
11011 Berlin
Telefon (030) 227-73750
Telefax (030) 227-76250
E-Mail mechthild.rawert@bundestag.de