Zu den jüngsten Ereignissen in Syrien erklärt der Nahost-Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Günter Gloser:

Seit März dieses Jahres hat die anhaltende Brutalität des syrischen Regimes mittlerweile annähernd 2700 Menschenleben gefordert. Nach aktuellen Meldungen meutern Teile des Militärs, weil sie nicht mehr gegen ihre eigenen Landsleute vorgehen wollen.

Die internationale Gemeinschaft reagiert auf die neue Situation mit einem neuen Resolutionsentwurf im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Von dort muss in der aktuellen Situation ein noch deutlicheres Signal als bisher kommen, dass das Assad-Regime seine Legitimität verspielt hat.

Die Bundesregierung muss Einfluss darauf nehmen, dass sich diese Erkenntnis auch in Moskau und Peking sowie weiteren Hauptstädten durchsetzt und dass die Kooperationsbereitschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen der aktuellen Notwendigkeit eines schnellen Endes der syrischen Despotie entspricht. Die Menschen in Syrien haben genug gelitten und wollen ein Ende der Gewalt und einen Neuanfang, so wie er schon in anderen Staaten der Region begonnen hat.

Assad und sein Regime haben offenbar selbst erkannt, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen und versuchen mit plumper Propaganda die Abwendung von Teilen des Militärs als Ergebnis von US-Einflussnahme darzustellen. Dies verdeutlicht nochmals deutlich den Zynismus des Assad-Regimes.