Schwarz-gelbe Zivildienstverkürzung ist konzeptlos
Die von Schwarz-Gelb beschlossene Verkürzung des Zivildienstes von neun auf sechs Monate ist konzeptlos und führt in die Sackgasse. Die neue Regierung hat nicht hinterfragt, ob diese kurze Dienstzeit für junge Männer noch sinnvoll ist und was mit den durch die Verkürzung frei werdenden Mitteln passieren soll.
Die SPD schlägt seit Langem vor, das Element der Freiwilligkeit zu stärken und in diesem Sinne die Wehrpflicht fortzuentwickeln. Die Freiwilligendienste, die sich großer Beliebtheit bei jungen Menschen erfreuen, müssen gestärkt und ausgebaut werden. Die beim Zivildienst im Haushalt eingesparten Mittel müssen zugunsten der Freiwilligendienste umgeschichtet werden. Das stärkt das Engagement junger Menschen.
Statt eine Verkürzung auf sechs Monate durchzupeitschen, bei der die Träger der Reihe nach aus dem Zivildienst aussteigen, sollte Schwarz-Gelb lieber Abschied vom Zivildienst nehmen. Das Geld wäre sinnvoll in den attraktiven Freiwilligendiensten angelegt.
Die von der Regierung ins Spiel gebrachte freiwillige Verlängerung des Zivildienstes hingegen wäre ein neues bürokratisches Monster. Sie wäre auch vollkommen überflüssig: Junge Männer können schon heute einen Freiwilligendienst statt eines Zivildienstes absolvieren und vielfältige Angebote im Anschluss an den Zivildienst nutzen.