Röttgen macht den Bock zum Gärtner
Jetzt zeigt sich das wahre Gesicht der schwarz-gelben Koalition: Bundesumweltminister Röttgen, der seit Wochen ökologiefreundliche und atomkritische Reden hält, macht nun bei der ersten wirklich wichtigen Entscheidung einen Lobbyisten der Atomindustrie zum Aufseher über die Sicherheit von Atomkraftwerken. Herr Röttgen könnte die Atomaufsicht gleich den Atomkraftwerksbetreibern überlassen, das wäre billiger und ehrlicher.
Diese Personalentscheidung ist zugleich eine Entscheidung über die ungebremste Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke. Mit der "feindlichen Übernahme" der Atomaufsicht durch die Atomlobby ist klar: Selbst die Besitzer der ältesten Meiler können aufatmen, weil sie künftig keine staatlichen Sicherheitsbedenken mehr zu fürchten haben werden.