Respekt allein genügt nicht
Der so häufig zitierte "Respekt" vor dem Alter ist ein Euphemismus und mitunter der Versuch einer Distanzierung. Wir nicht mehr Jungen und noch nicht Alten sollten aufhören davon zu reden, wie ernst wir die Interessen der älteren Generation nehmen. Respektbezeugung alleine bewirkt noch nichts. Erst die Umsetzung, das konkrete Handeln in Politik und Verwaltung, kann die Verhältnisse ändern und die Lebensbedingungen für ältere Menschen im Alltag verbessern.
Eine rasant älter werdende Gesellschaft baut sich heute die Hürden von morgen selbst auf, wenn sie verstärkt auf befristete Arbeitsverhältnisse und Minijobs setzt und so der Altersarmut Vorschub leistet. Die Aussicht, dass künftig immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für immer mehr Rentnerinnen und Rentner aufkommen müssen, droht heute schon die Generationen gegeneinander aufzubringen. Altersdiskriminierung ist heute schon Realität - Banken bewilligen Älteren seltener einen Kredit, auf dem Arbeitsmarkt wird das Potenzial der erfahrenen Alten ignoriert.
Am 7. April ist der Tag der älteren Generation. Im Interesse aller, weil wir alle älter werden, fordern wir die barrierefreie Gesellschaft und verlangen unter anderem:
- mehr Anstrengungen bei der Integration älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt,
- wirksame Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz,
- keine Barrieren beim Zugang zur medizinischen Versorgung,
- die Fortentwicklung der Krankenversicherung zu einer Bürgerversicherung,
- weitere Maßnahmen, die es älteren Menschen ermöglichen, so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben,
- eine alterssensible Stadtplanung, die den gesamten öffentlichen Raum barrierefrei gestaltet.