Das Wichtigste ist, Kraft zu sammeln und den richtigen Kurs nach vorne zu progressiven Veränderungen zu erkennen.
Kateryna ist Dozentin, Lehrerin, Mutter und Unternehmerin aus Kiew. Planen und Kontrollieren kann sie seit Kriegsbeginn nicht mehr weiter als nur für ein paar Tage.
4 Jahre Angriffskrieg auf die Ukraine – Kateryna
Interview mit Kateryna
Bitte stellen Sie sich kurz vor.
Ich heiße Kateryna. Lehrerin, Mutter, Unternehmerin.
Was ist Ihre prägendste Erinnerung an die vier Kriegsjahre?
Es gibt tatsächlich viele, aber die schönste Erinnerung ist die an die erste Online-Unterrichtsstunde, als die ganze Gruppe erschienen ist und mich sehen wollte. Sie sucht Unterstützung. Das war so rührend, dass ich Tränen in den Augen hatte.
Wie hat der Krieg Ihren Alltag verändert?
Ich plane gerne und habe ich Kontrolle. Im Moment ist das Schlimmste, dass sich der Planungshorizont verändert hat. Ich plane nur noch für einen Tag, für eine Woche, nicht mehr für Monate oder Jahre. Das ist sehr belastend und stressig.
Was zählt in Zeiten des Krieges wirklich?
Unterstützung. Netzwerke, Kommunikation. Teams.
Was gibt Ihnen Hoffnung?
Das ist sicherlich mein Kind. Es zwingt mich, über den Horizont hinauszublicken, der gerade unerreichbar ist.
Warum betrifft der Krieg in der Ukraine uns alle?
Weil es ein gnadenloser Krieg ist, in dem es nicht um Geopolitik geht, sondern darum, ob unsere Nation überleben oder verschwinden wird. Und wir müssen verstehen, dass wir mit dem Verschwinden der Ukraine oder der Reduzierung auf einen Vasallenstaat einer anderen großen Föderation die Chance verlieren, die Werte zu erhalten, nach denen wir heute leben.
Was sind die größten Herausforderungen und Chancen für die Zukunft?
Die größte Herausforderung besteht darin, diese Zeit des Wandels und der Turbulenzen richtig zu nutzen. Denn Krise kann entweder zu Niedergang oder zu Wachstum führen. Das Wichtigste ist, Kraft zu sammeln und den richtigen Kurs nach vorne zu progressiven Veränderungen zu erkennen.
Was ist Ihr größter persönlicher Wunsch für die Zukunft?
Eine schwierige Frage. Mein persönlicher Wunsch ist, nicht zu vergessen, dass die Ukraine eine große Familie ist – stark, mit starken Werten und großem Entwicklungspotential.
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Videos und Interviews: Dmytro Duma, Bohdan Ferens, SD-Plattform