Ich möchte leben, kreativ sein, nicht durch Krieg, sondern durch innere Kraft.
Kateryna ist 30 und stammt aus der Krim. Sie ist Frauenärztin, seit Kriegsbeginn aber hat sie sich der körperlichen und psychischen Rehabilitation von Militärangehörigen, Veteranen und deren Familien gewidmet. Gerade für die Kinder, die ihre Eltern im Krieg verloren haben, arbeitet und kämpft sie jeden Tag weiter.
Foto: Kateryna Bohadelnykova (@bogadelnikova) via Instagram
4 Jahre Angriffskrieg auf die Ukraine – Kateryna
Interview mit Kateryna
Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Mein Name ist Kateryna Bohadelnykova, ich stamme von der Krim. Ich bin von Beruf Frauenärztin, habe mich aber in den letzten vier Jahren der körperlichen und psychischen Rehabilitation von Militärangehörigen, Veteranen und deren Familienangehörigen gewidmet.
Was ist Ihre denkwürdigste Erinnerung aus den letzten vier Kriegsjahren?
Ich erinnere mich, wie wir im Sommer 2022 unsere Arbeit mit den Familien der gefallenen Helden in Schytomyr begonnen haben. Und zum ersten Mal sah ich die Augen von Kindern, die ihre Eltern im Krieg verloren hatten.
Das hat mich wirklich getroffen, und da wurde mir endgültig klar, dass wir weiter für diese Kinder arbeiten und kämpfen müssen.
Wie hat der Krieg Ihren Alltag verändert?
Mein Alltag dreht sich nur noch um den Krieg. Meine Gedanken kreisen ausschließlich um den Krieg und um unseren nahenden Sieg. Natürlich hat sich dadurch alles radikal verändert.
Was hat sich während des Krieges wirklich verändert?
Der Gedanke an das Licht, der Gedanke an unsere starke, unabhängige, souveräne Nation.
Was motiviert Sie persönlich?
Die Menschen, die mich umgeben.
Warum betrifft der Krieg in der Ukraine uns alle?
Weil er nicht nur ein Krieg gegen die Souveränität des ukrainischen Staates und des ukrainischen Volkes ist, sondern auch ein Krieg gegen die Menschenwürde und die Menschenrechte.
Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen und Chancen für die Zukunft?
Die Herausforderungen liegen im Wiederaufbau unserer Gesellschaft, der Wiederherstellung unserer psychischen Gesundheit und unserer inneren Stärke, die uns voranbringen wird.
Und das ist unsere Einheit. Wir müssen zusammenhalten, und zwar nicht nur im Kampf gegen etwas Schlechtes, sondern auch in gemeinsamen Ideen, Gedanken und Werten.
Was ist Ihr größter Wunsch für die Zukunft?
Am Leben zu bleiben. Ich möchte leben, ich möchte etwas erschaffen. Ich möchte etwas erschaffen nicht durch Krieg, sondern durch innere Kraft. Und ich möchte es schaffen, Menschen im Zeichen des Friedens zu vereinen, Menschen im Zeichen der Gesundheit zu verbinden, um so zu einigen und aufzubauen.
Danke!
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Videos und Interviews: Dmytro Duma, Bohdan Ferens, SD-Plattform