Artem Bondarev

Grundsätzlich geben mir andere Menschen Hoffnung und Zuversicht.

Artem ist Kriegsveteran. Er hat im Krieg sein Augenlicht verloren und versucht seitdem, sich im zivilen Leben als Veteran zurechtzufinden. Sein Schicksal ist ein Beispiel für viele: Denn die zukünftig größte und schwierigste Herausforderung liegt für ihn darin, nach Kriegsende, den vielen Soldaten und Kriegsveteranen dabei zu helfen, wieder in den zivile Alltag und die Gesellschaft zurückzukehren.

4 Jahre Angriffskrieg auf die Ukraine – Artem

Interview mit Artem

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Mein Name ist Artem, ich bin Kriegsveteran.

Was ist Ihre prägendste Erinnerung aus den vier Jahren des Krieges?

Die prägendsten Erinnerungen stammen aus der Zeit meiner Behandlung im Krankenhaus in Lwiw. Das war der Übergang von den militärischen Einsätzen ins zivile Leben. Ich musste ganz neu anfangen, weil ich erblindet bin.

Wie hat der Krieg Ihren Alltag verändert?

Mein Alltag hat sich dramatisch verändert. Ich bin erblindet und lerne gerade, in meinen neuen Realitäten zu leben.

Was zählt in Zeiten des Krieges wirklich?

Für mich zählt Unterstützung am meisten. Ich bin selbst ein guter, starker Kerl und muss mit meinen Herausforderungen alleine klarkommen. Aber die Unterstützung anderer Menschen ist sehr wichtig.

Was gibt Ihnen Hoffnung?

Grundsätzlich geben mir andere Menschen Hoffnung und Zuversicht.

Warum geht der Krieg in der Ukraine uns alle an etwas an?

Weil wir alle Widerstand leisten. Niemand möchte sein Zuhause, sein Haus, sein gewohntes Leben verlassen. Und alle sollten eingebunden sein — nicht nur die Militärangehörigen, sondern auch die Zivilbevölkerung. Denn für jeden Soldaten Militärangehörigen braucht es eine große Anzahl Zivilisten, die dafür sorgen, dass alles funktioniert und weiterläuft.

Was sind die größten Herausforderungen und Chancen, die Sie für die Zukunft sehen?

Die größte Herausforderung — und das wird meiner Meinung nach das Schwierigste sein — kommt dann, wenn die Männer aus dem Krieg zurückkehren. Ich hoffe sehr, das wird sehr bald sein. Dann müssen wir ihnen helfen, in das zivile Leben zurückzufinden und sie unterstützen.

Was ist Ihr größter persönlicher Wunsch für die Zukunft?

Entwickle keine Zukunftsideen für dich selbst. Lebe im Augenblick und sei glücklich.

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Videos und Interviews: Dmytro Duma, Bohdan Ferens, SD-Plattform