Ernst Dieter Rossmann, bildungs- und forschungspolitischer Sprecher:

Länder und Kommunen sind bildungspolitisch auf dem richtigen Weg. Das zeigt der erfreulich positive Trend der Ergebnisse der Pisa-Studie. Bei aller notwendigen Leistungstransparenz muss Schule aber auch ein wichtiger sozialer Raum für Erfahrungen und Handeln junger Menschen bleiben.

 „Deutschland bewegt sich. Aus dem Pisa-Schock von 2000 ist ein erfreulicher positiver Trend entstanden. Die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler aus Deutschland auf allen Feldern und über die letzten Untersuchungen hinweg sind unübersehbar. Das zeigt, dass insbesondere die Länder und Kommunen bildungspolitisch auf dem richtigen Weg sind und der Bund in seinen damaligen Möglichkeiten wie dem Ganztagsschulprogramm wichtige Beiträge leisten konnte. Aber ohne engagierte und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer ist alle Bildungspolitik nichts. Dafür gilt ihnen gerade heute unser Dank.

Dennoch dürfen einfache Leistungsvergleiche nicht überschätzt werden, gerade auch im internationalen Vergleich. Gerade in Europa ist Bildung mehr als die einfache Vermittlung von messbaren Kompetenzen, sondern immer auch die Ermöglichung von eigenständiger Lebensführung, sozialer Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Ein breiter Bildungsbegriff schützt am besten vor einer falschen, einseitig auf Leistungsvergleiche getrimmten Anreizbildung in den Lehrplänen und im Schulalltag. Schule ist und bleibt ein wichtiger sozialer Raum für Erfahrungen und Handeln junger Menschen. Das muss sie bei aller notwendigen Leistungstransparenz auch bleiben.

Jetzt geht es darum nicht nachzulassen. Wir müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Bund, Länder und Kommunen ihre Maßnahmen engagiert fortsetzen können und die dafür erforderlichen Ressourcen auch erhalten.“