Das Hilfskonzept der Bundesregierung für Griechenland ist gescheitert. Es ist jetzt höchste Zeit, umzusteuern und endlich zum Kern des Problems vorzudringen. Griechenland wird nur zu retten sein, wenn es gelingt, Griechenlands Wirtschaft auf einen höheren Wachstumspfad zu bringen, erklärt Joachim Poß.
Das Hilfskonzept der Bundesregierung für Griechenland - Kredite und Garantien gegen immer restriktivere Konsolidierung des griechischen Staatshaushaltes - ist gescheitert: So wird Griechenland niemals auf eigenen Beinen stehen können - und so bleibt Griechenlands Zahlungsfähigkeit auf Dauer ein Thema.
Das bisherige Hilfskonzept für Griechenland ist falsch, weil es wesentliche Elemente aus ideologischen Gründen außen vor lässt. Es ist jetzt höchste Zeit, umzusteuern und endlich zum Kern des Problems vorzudringen:
Griechenland wird nur zu retten sein, wenn es gelingt, Griechenlands Wirtschaft möglichst schnell und stabil auf einen wesentlich höheren Wachstumspfad zu bringen. Das wird nicht gehen ohne eine massive Steigerung der Realinvestitionen in die griechische Wirtschaft. Und das wird nicht gehen ohne massive Hilfe Deutschlands und der anderen europäischen Partner.
Dieser Erkenntnis versperrt sich Frau Merkel bisher aus Angst vor den Anti-Europäern und Marktideologen in den eigenen Reihen.
Die EU-Finanzminister müssen schon diese Woche über geeignete Maßnahmen zur schnellen Steigerung der Realinvestitionen in die griechische Wirtschaft beraten. Sogar Zuschüsse seitens der EU, damit inländische und ausländische Investoren sich in der griechischen Wirtschaft engagieren, dürfen kein Tabu mehr sein.
Es darf nicht länger sein, dass es für Investoren attraktiver ist, zu hohen Abschlägen auf dem Sekundärmarkt griechische Staatsschulden zu erwerben, als in Griechenland Realinvestitionen zu tätigen. In diesem Zusammenhang muss auch über angemessene Umschuldungsaktionen und eine ökonomisch sinnvolle Beteiligung privater Gläubiger nachgedacht werden.