Lösungswege zur Überwindung des Analphabetismus in Deutschland
Der „Alpha-Schock“ – was nun?
Montag, 28.01.2013
Kulturzentrum „gemischtes“ Staaken
| Sandstr. 41, 13593 Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 2011 ist bekannt: es leben 7,5 Millionen funktionale Analphabet/innen in Deutschland. Das sind 14,5 Pro-zent der erwerbsfähigen 18- bis 64-Jährigen. Sie können häufig keine Bewerbungen schreiben, keine Produktverpackungen lesen, keine Behördenbriefe verstehen oder Antragsformulare ausfüllen. Sie sind in der Lage, einzelne Sätze zu lesen und zu schreiben, aber keine längeren Sinnzusammenhänge in Texten herzustellen.
Die alltäglichen Hürdenläufe, die den Betroffenen durch ihre Schreib- und Leseschwäche entstehen, sind immens. Gerade in unserer komplexen und zunehmend medial organisierten Gesellschaft verhindern sie soziale oder auch berufliche Teilhabe und Chancengleichheit. Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, den Analphabetismus in Deutschland nicht länger klein zu reden, sondern ihn gemeinsam zu bekämpfen und zu überwinden.
Die SPD-Bundestagsfraktion hat deshalb das Thema ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Baustein zur Lösung ist ihre Forderung einer nationalen Alphabetisierungsdekade für Deutschland, in der Bund, Länder, Kommunen, Verbände, Arbeitsagenturen, Träger und Wirtschaft der Herausforderung mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung entgegentreten. Darin enthalten sein müssen eine Erhöhung des Kursan-gebots von rund 30.000 auf 100.000 Plätze ebenso wie verbindliche Qualitätsvorgaben für die Aus- und Fortbildung der Lehrenden.
Diese und andere Fragen einer Alphabetisierungsstra-tegie und der konkreten Situation vor Ort möchten wir mit Ihnen diskutieren. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihre SPD-Bundestagsfraktion
Swen Schulz, MdB
Ernst Dieter Rossmann, MdB