Die Musikförderung des Bundes folgt keiner klaren Konzeption und Strategie. Es bleibt unklar, wo die kulturpolitischen Vorsätze der Musikförderung des Bundes liegen. Die Bundesregierung tut auch nichts, um die Beschäftigungssituation für die Musikerinnen und Musiker zu verbessern, kritisiert Siegmund Ehrmann.

 

Im Detail bleibt die Bundesregierung viele Antworten schuldig. Zwar ist die Auflistung der geförderten Projekte und Institutionen in den verschiedenen Ressorts der Bundesregierung sehr informativ, jedoch liegt darin auch das Hauptproblem: Die Musikförderung des Bundes folgt keiner klaren Konzeption und Strategie. Absolut vage ist, was mit "gesamtstaatlicher Bedeutung" gemeint ist, die immer wieder als Grund für die Bundesförderung benannt wird. Es ist nicht erkennbar, was die Kriterien und Maßstäbe für eine Förderung durch den Bund sind. Vieles scheint historisch gewachsen und manches wurde aus sicherlich guten Gründen in die Förderung aufgenommen. Letztlich bleibt jedoch unklar, worin das ordnende Prinzip und damit die kulturpolitischen Vorsätze der Musikförderung des Bundes liegen.

 

Transparente und nachvollziehbare Kriterien für die Förderung mit öffentlichen Mitteln müssen zunächst im Diskurs aller Beteiligter erarbeitet, dann politisch bewertet und vorgegeben werden. Dabei kommt den Institutionen, Verbänden und unabhängigen Experten eine maßgebliche Rolle zu. Hier ist nicht erkennbar, dass sich die Bundesregierung um einen solchen, an kulturpolitischen Zielen orientierten Diskurs bemüht oder Impulse setzt.

 

Darüber hinaus gibt die Bundesregierung keine Antworten auf drängende Fragen zur Verbesserung der Beschäftigungssituation von Musikerinnen und Musikern, zum Schutz geistigen Eigentums und der Förderung der Musikwirtschaft als Teil der Kreativwirtschaft. Bloße Aufzählungen oder Ankündigungen der Bundesregierung reichen nicht aus