Der von der Regierung angekündigte angebliche "Herbst der Entscheidungen" geht wieder einmal mit heftigem Krach einher. Zwar versucht man bei einigen Themen - wie der Hartz IV-Reform - Einigkeit zu demonstrieren, doch in einem anderen Punkt gibt es Streit: Der von Familienministerin Schröder vorgeschlagene freiwillige Zivildienst kam bei ihrer Landeskollegin Haderthauer gar nicht gut an.

Zu Recht, denn die Pläne von Bundesministerin Schröder sind nicht überzeugend. Sie vergibt die Chance, das Aussetzen der Wehrpflicht für eine Offensive für mehr Freiwilligkeit und eine Stärkung der Zivilgesellschaft zu nutzen. Das beabsichtigte Nebeneinander von zwei Diensten führt zu teuren und überflüssigen Doppelstrukturen und wird zur Bedrohung der Jugendfreiwilligendienste, die dann zu Freiwilligendiensten zweiter Klasse würden. Das wollen wir verhindern.

Mit den Freiwilligendiensten, wie dem FSJ und FÖJ, haben wir gute und erfolgreiche Angebote, in denen sich junge Menschen freiwillig und für einen längeren Zeitraum gesellschaftlich engagieren können. Es gilt nun, diese zu stärken und in ein neues Konzept zu integrieren. Die Nachfrage ist hoch: Aktuell übersteigen die Bewerberzahlen die Anzahl der Plätze im Freiwilligendienst um das Doppelte. Langfristig wollen wir jedem jungen Menschen, der sich in einem Freiwilligendienst sozial, ökologisch, kulturell oder im Sportverein engagieren will, einen Platz anbieten können.