Alle sind sich einig: Kurzarbeit hat in der Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit verhindert und Kurzarbeit ist billiger als Arbeitslosigkeit. Deshalb wollen wir Kurzarbeit zum Dauerangebot machen. Wir fordern die Entfristung der Regelungen für den erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld und die Verlängerung der maximalen Bezugsdauer auf 36 Monate.

Die Kurzarbeit war nicht nur hilfreich für die Beschäftigten. Sie hat auch einen Mentalitätswechsel bei den Managern eingeleitet. Kurzarbeit statt "hire and fire" ist jetzt die Devise. Während früher jene als clever galten, die "cost cutting" durch Entlassungen betrieben, ist es in der aktuellen Krise genau umgekehrt. Dank der verbesserten Kurzarbeitsregelungen gehörte es nun zum guten Ton, Beschäftigte möglichst lang im Unternehmen zu halten. Daran wollen wir anknüpfen, diesen Paradigmenwechsel wollen wir verstetigen.

Das "Beschäftigungschancengesetz" der Regierung wird dem nicht gerecht. Die Regierung mag sich damit lange beschäftigt haben - Chancen jedoch schafft es nicht. Von der Leyen springt mit ihren Vorschlägen zu kurz. Die SPD setzt daher ihre Initiative "Arbeitsmarktpolitik erfolgreich fortsetzen und ausbauen" entgegen. Mit einem Paket von Maßnahmen wollen wir an die Erfolge sozialdemokratischer Arbeitsmarktpolitik anknüpfen.

Neben der Entfristung der Kurzarbeit wollen wir vor allem die Qualität von Transfergesellschaften verbessern. Wir fordern ein verbindliches Zertifizierungsverfahren gemäß transparenter Standards. Künftig soll zum Beispiel garantiert sein, dass Transfergesellschaften einen Mindestetat für Qualifizierung pro Arbeitnehmer von 200 Euro je Monat aufbringen. Nur so kann Profiling, Stellenakquise, Bewerbungsbegleitung und so weiter ernsthaft betrieben werden. Die seriösen Transfergesellschaften arbeiten schon heute so, die schwarzen Schafe müssen endlich enttarnt werden.